H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 6,90%
SANT
S+T
Anteil der Short-Position: 6,44%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 6,26%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 5,79%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 4,94%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 3,56%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 3,43%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 3,30%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,13%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 2,50%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 1,83%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 1,75%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,66%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,63%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,24%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 1,19%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,12%
CON
Continental
Anteil der Short-Position: 1,11%
EUZ
Eckert & Ziegler
Anteil der Short-Position: 0,70%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 0,63%
M5Z
Manz Automation
Anteil der Short-Position: 0,50%
MUX
MUTARES
Anteil der Short-Position: 0,50%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 0,50%

Fonterelli: Trendy Geschäftsmodell

Was für die meisten börsennotierten Unternehmen eine Mini-Emission wäre, ist für die Fonterelli GmbH & Co KGaA die bislang größte Kapitalerhöhung in der Firmengeschichte. So startet die Gesellschaft um Firmengründer Andreas Beyer am 27. September 2021 die Ausgabe von bis zu 835.475 neuen Aktien zu einem Ausgabepreis von jeweils 3,00 Euro. Bei vollständiger Platzierung könnte sich daraus ein Netto-Emissionserlös von etwas mehr als 2,4 Mio. Euro ergeben. Zum Vergleich: Auf Basis der aktuellen Aktienzahl beträgt der gesamte Börsenwert von Fonterelli nur 2,64 Mio. Euro. Damit sind die Münchner – gemessen an der Kapitalisierung – das drittkleinste Unternehmen aus dem zurzeit 647 Aktien umfassenden Coverage-Universum von boersengefluester.de (BGFL). Viel mehr Micro Cap geht also nicht.

Weitaus wichtiger aus Investorensicht ist ohnehin, dass Fonterelli – was die Attraktivität des Geschäftsmodells angeht – bestimmt sehr viel weiter oben im Ranking notiert. Wer das Unternehmen noch nicht kennt: Das Hauptgeschäft von Fonterelli waren zuletzt der Handel mit teuren Kunsteditionen von Alex Katz und Günter Uecker sowie exquisiten Weinen – vorzugsweise aus Österreich. So gesehen könnte Fonterelli bis hierhin auch „Wine Fine Art“ heißen, was schon allein deswegen gar nicht so weit her geholt ist, weil die Gesellschaft in ihrem zusätzlich noch betriebenen Beteiligungsbereich unter anderem ein Engagement in der – auf BGFL schon mehrfach vorgestellten – E-Commerce-Tochter ArtXX von Weng Fine Art hält. „Wir sind in drei Geschäftsfeldern tätig, die dem Zeitgeist entsprechen“, sagt Beyer.

Entsprechend wundert es auch nicht, dass der umtriebige ehemalige Investmentbanker zuletzt sogar das Mini-SPAC Fonterelli SPAC 1 auf die Schiene gesetzt hat, um künftig auch über den Verkauf von Börsenmänteln zu profitieren. Wenn alles klappt, soll noch bis zum Jahresende ein erster Deal in diese Richtung über die Bühne gehen. Schon ziemlich weit fort geschritten sind derweil die Börsenpläne des Münchner Sicherheitsdiensts SDM. Hier dürfte bereits im Oktober die Notizaufnahme anstehen.

Fonterelli  Kurs: 2,980 €

Den angepeilten Emissionserlös will Andreas Beyer dabei zu jeweils etwa 20 Prozent in die Erweiterung des Warenbestands stecken. Der Rest ist für die Gründung neuer Töchter sowie weiterer Beteiligungen reserviert. Bei voller Platzierung der 1:1-Kapitalerhöhung ständen somit je knapp 500.000 Euro für Kunst und Wein zur Verfügung, rund 1,4 Mio. Euro könnten in neue Deals fließen. Für sich genommen jeweils ein sehr kleinteiliges Geschäft – mit allerdings hohen zweistelligen Margen. Zudem hätte Fonterelli mit zunehmender Größe den Vorteil, nicht mehr so sehr von einzelnen Exits abhängig zu sein. Aus Investorensicht ist dieser Effekt nicht zu unterschätzen, denn bislang schwanken die Erträge der Gesellschaft vergleichsweise stark. Zudem sollte künftig auch mehr Kontinuität in punkto Ausschüttung kommen.

Zur Hauptversammlung im Frühjahr 2022 steht jedenfalls die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung fest auf der Agenda. Angesichts eines Jahresüberschusses von rund 240.000 Euro für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 2020/21 – entsprechend einem Ergebnis je Aktie von rund 0,29 Euro – kann sich boersengefluester.de eine Dividende von mindestens 0,10 Euro pro Anteilschein vorstellen – entsprechend einer Rendite von gut drei Prozent. Dabei gibt es insofern eine Besonderheit, als dass die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung rückwirkend zu 50 Prozent für 2020/21 dividendenberechtigt sind. Das heißt: Bei voller Platzierung und einer angenommenen Dividende von 0,10 Euro je Aktie würde sich eine Ausschüttungssumme von rund 125.000 Euro ergeben. Bezogen auf den zu verteilenden Gewinn, wäre das eine Quote von etwas mehr als 50 Prozent. Gut möglich, dass die mittelfristige Dividendenstrategie sogar noch ein wenig offensiver ausgelegt ist. Offiziell ist jedenfalls von einer „großzügigen Ausschüttungspolitik“ die Rede.

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021e
Umsatzerlöse1 0,05 0,09 0,18 0,22 0,08 0,83 0,70
EBITDA1,2 0,01 -0,03 0,12 0,13 -0,05 0,24 0,17
EBITDA-Marge3 20,00 -33,33 66,67 59,09 -62,50 28,92 24,29
EBIT1,4 0,01 -0,03 0,12 0,09 -0,05 0,23 0,22
EBIT-Marge5 20,00 -33,33 66,67 40,91 -62,50 27,71 31,43
Jahresüberschuss1 0,01 -0,03 0,12 0,14 -0,04 0,24 0,17
Netto-Marge6 20,00 -33,33 66,67 63,64 -50,00 28,92 24,29
Cashflow1,7 0,01 -0,03 0,12 0,14 -0,04 0,25 0,18
Ergebnis je Aktie8 0,01 -0,05 0,24 0,28 -0,06 0,29 0,23
Dividende8 0,00 0,00 0,20 0,20 0,00 0,10 0,10
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer:

Das Eigenkapital beträgt zurzeit gut 2,7 Mio. Euro, was 3,25 Euro je Aktie gleichkommt. Damit wird der Titel beim aktuellen Kurs von 3,00 Euro also leicht unter Buchwert gehandelt. Inklusive der stillen Reserven dürfte der Substanzwert sogar eher bei rund 4 Euro anzusiedeln sein. Gelistet ist die Aktie im Berliner Freiverkehr – entsprechend niedrig sind die Publizitätsanforderungen. Das wiederum muss für eine kleine Gesellschaft wie Fonterelli nicht zwangsläufig nachteilig sein. Ein Uplisting in ein höheres Marktsegment steht jedenfalls nicht unmittelbar auf der Agenda, maximal die Aufnahme bei Tradegate wäre perspektivisch eine Option. Auf der Telefonkonferenz nimmt Andreas Beyer jedoch kein Blatt vor den Mund: „Ich bin ein Freund des Freiverkehrs.“

Wichtig auch für Anleger, die sich für Fonterelli interessieren: Mit der jetzigen Finanzierungsrunde dürfte es – zumindest für den Fall einer Vollplatzierung – erstmal keine weiteren Barkapitalerhöhungen mehr geben. So gesehen bekommt die Aktie Zeit, sich von allein zu entwickeln. Summa summarum eine feine kleine Gesellschaft, die wir an dieser Stelle gern vorstellen. Schließlich ist boersengefluester.de auch eine Plattform für genau solche Investmentstorys abseits des Mainstreams. Auf eine konkrete Handlungseinschätzung verzichten wir jedoch ganz bewusst. Dafür ist der Handel in dem Micro Cap viel zu wenig liquide. Den Geschäftsbericht für 2020/21 will die Gesellschaft „in Kürze“ veröffentlichen.

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Fonterelli
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A1TNUU 2,980 2,49
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
11,46 10,61 1,07 42,57
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,92 10,42 3,00 4,82
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
0,10 0,10 3,36 23.06.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
14.09.2020
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
3,40% 4,63% 14,62% 23,14%
    

Foto: Shutterstock

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.