MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 6,04%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 5,78%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 5,34%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 4,18%
FTK
FLATEXDEGIRO
Anteil der Short-Position: 4,13%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 3,88%
SHA
SCHAEFFLER VZO
Anteil der Short-Position: 3,40%
AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 3,23%
TMV
TEAMVIEWER INH
Anteil der Short-Position: 3,13%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 2,71%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 2,57%
RHM
Rheinmetall
Anteil der Short-Position: 1,87%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 1,67%
1COV
COVESTRO
Anteil der Short-Position: 1,56%
ADS
Adidas
Anteil der Short-Position: 1,52%
NEM
Nemetschek
Anteil der Short-Position: 1,38%
UN01
UNIPER
Anteil der Short-Position: 1,12%
DB1
Deutsche Boerse
Anteil der Short-Position: 1,01%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 0,80%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 0,68%
CON
Continental
Anteil der Short-Position: 0,56%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 0,54%
F3C
SFC Energy
Anteil der Short-Position: 0,51%

Heidelberger Druckmaschinen: Cool bleiben

Im Prinzip lief es für Heidelberger Druckmaschinen in den vergangenen Quartalen richtig gut an der Börse. Jedenfalls honorierten die Investoren den Restrukturierungskurs und die konsequente Digitalisierungsstrategie des Druckmaschinenherstellers. In der Spitze legte die Notiz seit Anfang Januar 2017 sogar um mehr als 40 Prozent auf 3,58 Euro zu. Mit der Vorlage des – ergebnistechnisch gar nicht mal so schlechten – Halbjahresberichts knickte die Notiz der Heidelberger jedoch spürbar ein und pendelt zurzeit im Bereich um 3 Euro. Grund: Vom eigentlichen Ziel, den Umsatz im aktuellen Geschäftsjahr 2017/18 (31. März) auf Vorjahresniveau von gut 2,52 Mrd. Euro zu halten, scheint das Unternehmen mit Erlösen von 1,05 Mrd. Euro nach der Hälfte der Strecke zu sehr auf Distanz. Zudem drohen negative Währungseffekte und die Investitionszurückhaltung im nordamerikanischen Markt. Gleichwohl hält der Vorstand am Renditeziel fest, wonach für 2017/18 mit einer EBITDA-Marge von 7,0 bis 7,5 Prozent zu rechnen ist – nach knapp 7,1 Prozent im Vorjahr. Zumindest das ein gutes Zeichen.

Ohnehin will das Management die möglichen Beeinträchtigungen keinesfalls als Abkehr von den Langfristzielen, die einen Umsatz von bis zu 3 Mrd. Euro sowie eine EBITDA-Marge von bis zu 10 Prozent vorsehen, verstanden wissen. So sind die technologischen und organisatorischen Umwälzungsprozesse zu umfassend und die Investitionszyklen in der Branche von zu vielen Variablen abhängig, als dass sich ein punktgenauer Fahrplan einhalten ließe. Im Hintergrundgespräch mit boersengefluester.de betont Finanzvorstand Dirk Kaliebe daher auch: „Wir sind kein Quartalsunternehmen.“ Vermutlich verändert sich bei Heidelberger Druckmaschinen derzeit so viel, wie seit einer halben Ewigkeit nicht mehr. Dazu gehört auch, dass die Gesellschaft komplett neue Betätigungsfelder in Angriff nimmt – etwa die Ausstattung von Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge. Die nötige Fachkompetenz dafür hat das Unternehmen ohnehin im Haus, und zwar aus der Überprüfung von Stromkreisen innerhalb der Druckmaschinen. Und mit dem seit November 2016 amtierenden CEO Rainer Hundsdörfer, der vorher unter anderem bei dem MDAX-Konzern Schaeffler tätig war, hat Heidelberger Druckmaschinen einen im Automotivesektor bestens verdrahteten Manager an Bord.

 

Heidelberger Druckmaschinen  Kurs: 1,195 €

 

Noch lässt sich das Potenzial neuer Anwendungen wie die Ausstattung von Ladestationen schwer abschätzen, der Börsenstory von Heidelberger Druckmaschinen sind sie vermutlich schon jetzt förderlich. Zudem dürfte sich die Gesellschaft auch weiterhin durch Übernahmen – wie zuletzt etwa dem Geschäft mit Lacken und Drucksaal-Chemikalien von Fujifilm oder auch Docufy, einem Softwarespezialisten aus Bamberg mit Schwerpunkt Technische Dokumentation – punktuell stärken. Eine Barkapitalerhöhung zur Stärkung der Eigenkapitalquote von gegenwärtig gut 17 Prozent sieht CFO Kaliebe nicht, zur Finanzierung einer größeren Akquisition will der Manager einen solchen Schritt aber nicht ausschließen. Insgesamt sieht boersengefluester.de den SDAX-Vertreter – trotz der Warnhinweise im Zwischenbericht – gut aufgestellt. Fokusthemen sind Digitalisierung, autonomes Drucken, Verpackungs-, Etiketten- und Digitaldruck sowie datengetriebene Services.

Die Bewertung der HeidelDruck-Aktie ist derweil relativ moderat. Die Marktkapitalisierung beträgt etwas mehr als 838 Mio. Euro – bei Netto-Finanzverbindlichkeiten von 259 Mio. Euro. Die Planung sieht vor, dass in fünf Jahren ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von rund 300 Mio. Euro steht. Den Nettogewinn will die Gesellschaft bis zum Geschäftsjahr 2021/22 auf etwa 100 Mio. Euro steigern, was einem Ergebnis je Aktie von rund 40 Cent entsprechen würde. So gesehen wird der Anteilschein momentan mit einem langfristigen KGV von 7,5 gehandelt. Investoren mit Weitsicht bleiben also cool und setzen weiterhin auf die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen – auch wenn es auf dem Weg nach oben manchmal etwas rumpelt.

 

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Heidelberger Druckmaschinen
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
731400 1,195 - 363,85
KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
7,97 18,51 0,42 -13,74
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,50 7,10 0,17 7,47
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 21.07.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
10.08.2022 09.11.2022 08.02.2023 09.06.2022
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-17,13% -41,16% -54,82% -44,80%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022e
Umsatzerlöse1 2.524,10 2.420,15 2.490,49 2.349,45 1.913,17 2.183,43 2.300,00
EBITDA1,2 178,95 171,76 179,99 146,00 94,47 160,16 195,00
EBITDA-Marge3 7,09 7,10 7,23 6,21 4,94 7,34 8,48
EBIT1,4 90,19 87,12 81,04 -269,42 17,64 80,74 114,00
EBIT-Marge5 3,57 3,60 3,25 -11,47 0,92 3,70 4,96
Jahresüberschuss1 36,24 13,57 20,88 -343,00 -42,89 33,06 59,50
Netto-Marge6 1,44 0,56 0,84 -14,60 -2,24 1,51 2,59
Cashflow1,7 139,24 87,68 -11,28 -53,95 0,06 51,27 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,14 0,05 0,07 -1,13 -0,14 0,11 0,17
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Foto: Heidelberger Druckmaschinen AG (Versafire Neon Toner)

 



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.