H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 9,33%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 7,15%
SANT
S+T
Anteil der Short-Position: 6,53%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 6,41%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 4,02%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 3,96%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,93%
S92
SMA Solar Techn.
Anteil der Short-Position: 3,63%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 3,31%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 3,00%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 2,03%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 2,01%
CT4
FOX E-MOBILITY IN...
Anteil der Short-Position: 1,93%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,63%
WEW
WESTWING GR.
Anteil der Short-Position: 1,59%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 1,48%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,16%
TMV
TEAMVIEWER INH
Anteil der Short-Position: 1,14%
C0M
COM.CHARG.SOL INH...
Anteil der Short-Position: 1,05%
HOT
Hochtief
Anteil der Short-Position: 0,62%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 0,60%
ADS
Adidas
Anteil der Short-Position: 0,60%
AM3D
SLM SOLUTIONS GRP
Anteil der Short-Position: 0,59%

Koenig & Bauer: HeidelDruck sieht nur die Rücklichter

Wer hätte das gedacht? Nicht Ströer, Zooplus oder Grenkeleasing ist 2015 die bislang beste Aktie aus dem SDAX, sondern Koenig & Bauer. Auf mehr als 230 Prozent türmt sich das Kursplus der Würzburger seit Jahresbeginn. Da kann Heidelberger Druckmaschinen mit einem Zuwachs von weniger als sechs Prozent nicht ansatzweise mithalten. Zudem klafft die Schere seit Bekanntgabe der jüngsten Zwischenberichte bei den Druckmaschinenherstellern noch weiter auseinander.

Mit starkem Verkaufsdruck reagierten die Börsianer auf die jüngsten Ergebnisse von Heidelberger Druckmaschinen auf den neuesten Zwischenbericht: Die Aktie verlor mal eben um 20 Prozent an Wert und belegt in der Performance-Rangliste 2015 des SDAX gerade noch einen Mittelfeldplatz. Dabei galt der Titel zu Jahresbeginn als aussichtsreiche Wette. Immerhin ist der Konzern mit einem Jahresumsatz von rund 2,5 Mrd. Euro der mit großem Abstand weltweite Branchenprimus. Er hat in den vergangenen Jahren zwar ebenso wie die Konkurrenz auf die schwache Nachfrage wegen der Krise der Printmedien reagiert und die Kosten deutlich gesenkt. Heidelberg stellt vor allem Bogenoffset-Maschinen her, mit denen Werbematerialien wie Kataloge oder Plakate in großen Mengen gedruckt werden. Im vergangenen Quartal bekam das Unternehmen diese hohe Abhängigkeit einmal mehr zu spüren. Im zweiten Quartal der Berichtsperiode 2015/16, das im September endete, war der Umsatz um lediglich 6,8 Prozent auf 599 Mio. Euro gestiegen, womit die Dynamik viel geringer war als im Vorquartal, als das Erlösplus bei 30 Prozent gelegen hatte. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte im vergangenen Jahresviertel lediglich 33 Mio. Euro.

Fast der gesamte Ertrag stammt dabei aus dem Service-Geschäft, während in der Maschinen-Sparte ein bereinigtes EBITDA von gerade einmal 2 Mio. Euro zu Buche stand. Für Verunsicherung sorgte zudem der schwache Auftragseingang. Vorstandschef Gerold Linzbach bekräftigte zwar die Prognose für das Gesamtjahr. Er setzt darauf, dass sich die Profitabilität im zweiten Halbjahr deutlich verbessern wird. Investoren zweifeln aber, ob es dem Manager tatsächlich gelingen wird, die für das Gesamtjahr auf Konzernebene angepeilte EBITDA-Marge von mindestens acht Prozent zu erreichen. Denn dazu müsste die Rendite im Maschinen-Geschäft im zweiten Halbjahr enorm steigen. Linzbach baut das im Vergleich zur Maschinensparte wesentlich profitablere Geschäft mit Service und Verbrauchsmaterialien weiter aus und hat dazu die niederländische Printing Systems Group (PSG) übernommen, die Verbrauchsmaterialien wie Druckplatten und -farbe herstellt. Mittelfristig sollen rund die Hälfte des Konzernumsatzes mit Service und Verbrauchsmaterialien erzielt werden. Damit dürfte das Geschäft von Heidelberg insgesamt weniger konjunkturabhängig werden. „Aufgrund der konjunkturellen Risiken und der anhaltenden Konsolidierung von Druckereibetrieben in einigen Industrieländern rechnen wir für die kommenden Jahre nicht mit einer Ausweitung des Marktvolumens im Bogenoffset-Neumaschinengeschäft und haben die Strukturen entsprechend angepasst“, heißt es im Quartalsbericht.

 

Heidelberger Druckmaschinen  Kurs: 2,865 €

 

Hingegen haben die Anleger von Koenig & Bauer nach der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen gefeiert und den Titel auf ein All-Time-High von 33,49 Euro gehievt. Das Würzburger Unternehmen profitiert davon, dass es anders positioniert ist als Heidelberg. Koenig & Bauer hat in den ersten drei Quartalen den Umsatzanteil aus dem Verpackungsbereich von 60 Prozent auf 70 Prozent gesteigert. Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann will die laufende Restrukturierung bis zum Jahresende weitgehend abschließen. Den für das Gesamtjahr vorgesehenen Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro wird mit weit über 1.000 Mitarbeitern weniger erzielt als in den Vorjahren. „Mit der Neuausrichtung adressieren wir konsequent Geschäftsfelder mit Wachstumspotenzial wie den Verpackungs- und Digitaldruck. Die massive Unterauslastung im früheren Kernmarkt Rollenoffsetdruck haben wir beseitigt”, sagt Bolza-Schünemann. Inzwischen entfallen „weniger als 15 Prozent (des Umsatzes) auf von den Online-Medien bedrängte Publikationen.” Für Zuversicht bei Investoren sorgt der hohe Auftragsbestand auf Konzernebene von rund 600 Mio. Euro. Im Gesamtjahr will der Firmenlenker eine Marge gemessen am Gewinn vor Steuern (Earnings before tax, kurz EBT) von bis zu zwei Prozent des Umsatzes erreichen. Mittelfristig soll der Wert auf vier bis sechs Prozent klettern. Die gute Geschäftsentwicklung zeigt bei etlichen Bilanzzahlen Wirkung: So erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 24,1 Prozent. Zudem verfügt der Konzern nach Abzug der Schulden über eine Nettoliquidität von 166,8 Mio. Euro. Bei diesen Kenngrößen schneiden die Würzburger besser ab als Heidelberg. Dort liegt die Eigenkapitalquote bei lediglich 13,3 Prozent und die Nettoverschuldung beläuft sich auf 284 Mio. Euro.

 

Koenig & Bauer  Kurs: 29,850 €

 

Weil die Unternehmen unterschiedliche Margen-Ziele haben – Heidelberg peilt eine EBITDA-Marge und Koenig & Bau eine EBT-Marge an – vergleicht boersengefluester.de die beiden Gesellschaften anhand der EBIT-Marge. Dabei wird der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) durch den Umsatz dividiert. Vor den schwachen Zahlen hatten Analysten für Heidelberg für das laufende Fiskaljahr eine EBIT-Marge von 5,4 Prozent vorhergesagt. Nach der Ergebnisvorlage, dürften die Finanzprofis den Wert senken. Die vergleichbare Gewinnspanne bei Koenig & Bauer soll im laufenden Jahr bei lediglich 3,1 Prozent liegen. Sie dürfte eher etwas nach oben geschraubt werden. Was die Gewinnspanne angeht, spielt Heidelberg trotz der wahrscheinlichen Senkung der Erwartungen durch die Analysten seine Größenvorteile aus. Und wie geht es an der Börse weiter? Nach dem Kursrutsch ist der Börsenwert von Heidelberg auf 570 Mio. Euro eingebrochen, während der von Koenig & Bauer auf 550 Mio. Euro gestiegen ist. Mit einem 2016er-KGV von 15,1 sind die Würzburger allerdings höher bewertet als die Heidelberger mit neun, wobei die Bewertung von Heidelberg steigt, wenn die Gewinnschätzungen gesenkt werden. Trotz der höheren Bewertung dürften Investoren in den nächsten Monaten verstärkt Geld von Heidelberg in Koenig & Bauer umschichten. Obwohl die Würzburger gemessen am Umsatz viel kleiner sind als Heidelberg, könnte Koenig & Bauer gemessen am Börsenwert schon bald zur Nummer eins unter der hiesigen Druckmaschinenherstellern aufsteigen. Dabei sind die Unterschiede gar nicht mehr so groß: Koenig & Bauer bringt 542 Mio. Euro auf die Waagschale – HeidelDruck ist gegenwärtig 570 Mio. Euro schwer.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Koenig & Bauer
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
719350 29,850 Halten 493,26
KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
16,14 14,79 1,09 155,47
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,38 40,43 0,48 -23,93
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 24.05.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
05.05.2022 29.07.2022 28.10.2021 30.03.2022
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-1,41% 5,74% -4,63% 14,81%
    

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022e
Umsatzerlöse1 1.167,10 1.217,60 1.226,00 1.218,50 1.028,60 1.115,00 0,00
EBITDA1,2 92,40 112,40 112,30 89,60 -33,40 81,00 0,00
EBITDA-Marge3 7,92 9,23 9,16 7,35 -3,25 7,27 0,00
EBIT1,4 87,10 81,40 87,40 56,00 -67,90 22,30 0,00
EBIT-Marge5 7,46 6,69 7,13 4,60 -6,60 2,00 0,00
Jahresüberschuss1 82,20 81,10 64,00 38,40 -103,10 8,35 0,00
Netto-Marge6 7,04 6,66 5,22 3,15 -10,02 0,75 0,00
Cashflow1,7 21,90 23,80 66,30 -7,90 12,20 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 4,98 4,91 3,86 2,31 -6,27 0,50 1,17
Dividende8 0,50 0,90 1,00 0,00 0,00 0,00 0,20
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Heidelberger Druckmaschinen
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
731400 2,865 - 872,33
KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
12,46 20,92 0,57 -10,69
KBV KCV KUV EV/EBITDA
6,39 15.860,60 0,46 19,95
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 21.07.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
04.08.2021 10.11.2021 09.02.2022 09.06.2022
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
10,49% 38,27% 8,32% 232,37%
    

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022e
Umsatzerlöse1 2.524,10 2.420,15 2.490,49 2.349,45 1.913,17 2.045,00 0,00
EBITDA1,2 178,95 171,76 179,99 146,00 94,47 132,00 0,00
EBITDA-Marge3 7,09 7,10 7,23 6,21 4,94 6,46 0,00
EBIT1,4 90,19 87,12 81,04 -269,42 17,64 0,00 0,00
EBIT-Marge5 3,57 3,60 3,25 -11,47 0,92 0,00 0,00
Jahresüberschuss1 36,24 13,57 20,88 -343,00 -42,89 0,00 0,00
Netto-Marge6 1,44 0,56 0,84 -14,60 -2,24 0,00 0,00
Cashflow1,7 139,24 87,68 -11,28 -53,95 0,06 0,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 0,14 0,05 0,07 -1,13 -0,14 0,11 0,15
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

  Geschäftsbericht 2020 - Kostenfrei herunterladen.  
1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Dieser Beitrag stammt von Egmond Haidt, der für die boersengefluester.de-Partnerseite Feingold Research schreibt.

 

Foto: Koenig & Bauer AG



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.