MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 7,05%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 6,71%
S92
SMA Solar Techn.
Anteil der Short-Position: 5,85%
H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 5,39%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 4,89%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 4,57%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 4,06%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,70%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 3,32%
WEW
WESTWING GR.
Anteil der Short-Position: 2,86%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 2,74%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 2,45%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 2,31%
TMV
TEAMVIEWER INH
Anteil der Short-Position: 2,00%
SHA
SCHAEFFLER VZO
Anteil der Short-Position: 1,80%
GFT
GFT Technologies
Anteil der Short-Position: 1,17%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 1,17%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,09%
AG1
AUTO1 GR. INH
Anteil der Short-Position: 0,98%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 0,76%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,70%
CBK
Commerzbank
Anteil der Short-Position: 0,51%
TPE
PVA TePla
Anteil der Short-Position: 0,51%

MBB: Volltreffer gelandet

Blomberg, Stadthagen, Herford, Löhne-Gohfeld, Beelen – und jetzt Espelkamp. „An jeder dritten Milchkanne in Ostwestfalen finden Sie nun ein MBB-Unternehmen”, scherzt ein sichtlich gut aufgelegter MBB-Vorstand-Christof Nesemeier bei seiner Präsentation auf dem Frankfurter Eigenkapitalforum. Knapp vier Jahre nach der Übernahme der MBB Fertigungstechnik (ehemals CLAAS Fertigungstechnik) hat die Beteiligungs-Holding wieder zugeschlagen und 75 Prozent an der Aumann Gruppe aus Espelkamp in der Nähe von Minden gekauft. Die Gesellschaft ist spezialisiert auf Anlagen zur Spulenwicklung für Elektromotoren und scheint ein Volltreffer zu sein. „Aumann ist vermutlich das beste Unternehmen, was wir je gekauft haben”, sagt Nesemeier. Die Gesellschaft dürfte im laufenden Jahr auf rund 33 Mio. Euro Umsatz kommen. Konkrete Angaben zur Profitabilität von Aumann gibt es bislang nicht. Dem Vernehmen nach soll die EBIT-Marge aber „leicht höher” als die Konzern-Rendite von MBB (2014: 6,7 Prozent) und „höher” als die Marge der Fertigungstechnik sein. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser sind zuversichtlich und siedeln die Relation von Ergebnis vor Zinsen und Steuern zum Umsatz für Aumann bei etwa zehn Prozent an. Stillschweigen haben die Parteien zum Kaufpreis vereinbart. Nesemeier ließ sich bei der Veranstaltung am Frankfurter Flughafen lediglich entlocken, dass MBB Aumann „maximal zur eigenen Bewertung oder leicht darunter” erworben habe. Sein Pulver hat Nesemeier mit der Akquisition jedenfalls nicht verschossen. „Mit unserer Bilanz könnten wir noch zwei weitere Aumänner kaufen”, sagt der Manager. Immerhin verfügt MBB per Ende Q3 2015 über ein Nettofinanzguthaben von 20,6 Mio. Euro – bei einer komfortablen Eigenkapitalquote von 40,5 Prozent.

 

MBB  Kurs: 106,000 €

 

An der Börse kam die mehrheitliche Übernahme von Aumann schon ganz gut an. Für Anleger, die jetzt noch einsteigen wollen, ist es aber nicht zu spät. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick in den Rückspiegel: Schließlich leitete die Übernahme der CLAAS Fertigungstechnik Anfang 2012 eine Neubewertung der MBB-Aktie ein. Damals schoss die Notiz innerhalb von zwölf Monaten von 6 Euro auf 16 Euro in die Höhe. Das All-Time-High erreichte der Small Cap mit 27,46 Euro am 3. Juli 2014. Seitdem bewegt sich die Notiz in einem Seitwärtstrend, wobei die Marke von 20 Euro nicht unterschritten wurde. Und auch bei dem Aumann-Deal spielt die Fertigungstechnik eine zentrale Rolle. Immerhin sollen beide Gesellschaften eng zusammenarbeiten, wobei Aumann in dem Verbund weiter unter eigenem Namen auftritt. Letztlich handelt es sich um eine Nachfolgeregelung, wobei Aumann-Gesellschafter Ingo Wojtynia (60 Jahre) seinen 25-Prozent-Anteil vorerst behält. Ohne die Finanzpower von MBB wäre Wojtynia kaum in der Lage, das enorme Wachstumspotenzial aus den Bereichen Elektromobilität und energieeffizienter Antriebe für Anwendungen in Haushalt, Medizintechnik und Industrie vollständig abzugreifen. Losgelöst davon: Nebenwerte-Kenner werden beim Thema Elektromotoren vermutlich direkt an das zur MS Industrie AG gehörende Elektromotorenwerk Grünhain denken. Das ehemalige VEB Elektromotorenwerk Grünhain ist jedoch ein Anbieter von Elektromotoren – wohingegen Aumann Wickeltechnik-Anlagen fertigt, mit denen die Spulen für die Elektromotoren erst hergestellt werden.

Neu aufgenommen in seine Präsentation hat Nesemeier eine Langfristplanung. Demnach sollen die Erlöse von 250 Mio. Euro für 2015 bis 2020 auf 500 Mio. Euro steigen – bei einer EBITDA-Marge von mehr als zehn Prozent. Das würde auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von mehr als 50 Mio. Euro hinauslaufen. Zur Einordnung: Gegenwärtig kommt MBB auf eine Marktkapitalisierung von knapp 158,5 Mio. Euro. Das Potenzial in der Aktie ist also enorm, zumal die Berliner weiter steigende Dividenden zahlen wollen. Dabei ist der Titel schon jetzt unter Renditeaspekten interessant. Auf Basis der boersengefluester.de-Prognose von 0,60 Euro pro Anteilschein für 2015 kommt das Papier auf eine Rendite von 2,7 Prozent. Per saldo bleiben wir damit bei unserer Kaufen-Empfehlung – auch für eher konservative Privatanleger. Lange Zeit hat sich MBB mit der „Königsdisziplin” Zukäufe zurück gehalten und viel Geld in die diversen Töchter gesteckt: von einer neuen Papiermaschine für Hanke Tissue bis hin zu einer Hochleistungspresse und anderen Verstärkungen für Delignit. Kein Wunder, dass einige Investoren, zumindest was das Thema Zukäufe angeht, bereits ungeduldig wurden. Dafür scheint MBB jetzt aber das optimale Unternehmen gefunden zu haben. Oder wie Nesemeier es ausdrückt: „Mittelstand at its best”.

 

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
MBB
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0ETBQ 106,000 Kaufen 629,72
KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
17,67 19,51 0,91 51,06
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,11 10,65 0,93 5,79
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
1,76 1,98 1,87 10.06.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
13.05.2022 12.08.2022 11.11.2022 31.03.2022
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-4,23% -13,41% -23,08% -21,71%
    

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022e
Umsatzerlöse1 332,17 403,08 506,59 592,06 689,24 680,33 745,00
EBITDA1,2 30,36 30,14 53,99 80,97 85,73 55,90 77,00
EBITDA-Marge3 9,14 7,48 10,66 13,68 12,44 8,22 10,34
EBIT1,4 33,34 19,71 38,62 54,39 56,16 19,00 40,00
EBIT-Marge5 10,04 4,89 7,62 9,19 8,15 2,79 5,37
Jahresüberschuss1 15,78 10,24 27,25 34,60 10,72 -11,57 28,00
Netto-Marge6 4,75 2,54 5,38 5,84 1,56 -1,70 3,76
Cashflow1,7 32,16 3,85 24,03 69,23 56,00 59,12 62,00
Ergebnis je Aktie8 2,16 0,71 2,34 4,44 2,14 -1,61 4,70
Dividende8 1,22 1,32 0,69 0,70 1,76 1,98 1,05
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: RSM


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.