H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 6,90%
SANT
S+T
Anteil der Short-Position: 6,44%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 6,26%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 5,79%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 4,94%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 3,56%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 3,43%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 3,30%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,13%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 2,50%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 1,83%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 1,75%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,66%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,63%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,24%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 1,19%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,12%
CON
Continental
Anteil der Short-Position: 1,11%
EUZ
Eckert & Ziegler
Anteil der Short-Position: 0,70%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 0,63%
M5Z
Manz Automation
Anteil der Short-Position: 0,50%
MUX
MUTARES
Anteil der Short-Position: 0,50%
CCAP
CORESTATE CAPITAL...
Anteil der Short-Position: 0,50%

MPC Capital: Eine große Nummer

„Wir sind ein Familienunternehmen mit Börsennotiz“, sagt Ulf Holländer, CEO von MPC Capital, gleich zu Beginn seiner Präsentation auf dem Hamburger Investorentag (HIT) am 26. August 2021. Tatsächlich sitzen bei dem Asset-Manager für Schiffe, Erneuerbare Energien und Immobilien im Wesentlichen die Hamburger MPC Group um die Kaufmannsfamilie Schroeder sowie – zu einem deutlich kleineren Teil – die Reederei Thien & Heyenga auf dem Fahrersitz. Rund 44 Prozent der im Börsensegment Scale gelisteten MPC Capital-Aktien sind dem Streubesitz zuzurechnen. Langjährige Investoren wissen, wie volatil das Geschäft mitunter ist. Schon allein mit Blick auf die seit Monaten explodierenden Fracht- und Charterraten für Containerschiffe ist der Spezialwert seit einiger Zeit aber wieder obenauf.

Und die Story bleibt unbedingt interessant. Diesen Eindruck hatte boersengefluester.de jedenfalls auf dem von Montega organisierten HIT, selbst wenn das Geschäftsmodell der Hamburger – der Börsenwert beträgt rund 115 Mio. Euro – über die diversen Investmentvehikel und Beteiligungen nicht unmittelbar eingängig ist. Je tiefer man sich damit aber beschäftigt, umso interessanter. Grundsätzlich geht es darum, lukrative Investments zu konzipieren, um dann im nächsten Schritt die passenden Anleger dafür ins Boot zu holen. MPC Capital steigt meist zu einem gewissen Prozentsatz selbst mit ein, kümmert sich insbesondere aber auch um die weitere Leitung der Projekte.

MPC Capital  Kurs: 3,220 €

Die kürzlich veröffentlichten Halbjahreszahlen fallen – zumindest auf Ebene von Umsatz und Betriebsergebnis – deutlich niedriger aus, als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, was aber in erster Linie mit einer veränderten Konsolidierung zusammenhängt. Die gute Nachricht: Weiter unten im Abschluss steht ein von 1,22 auf 2,27 Mio. Euro verbesserter Gewinn vor Steuern. Und auch für das Gesamtjahr peilt Vorstand Ulf Holländer deutliche Steigerungen gegenüber dem 2020er-Wert von 1,26 Mio. Euro an. Am spannendsten aus Anlegersicht sind vermutlich die beiden börsennotierten Investmentvehikel MPC Container Ships ASA sowie MPC Energy Solutions NV. Wenig überraschend, dass MPC Container Ships seit Beginn der Corona-Verwerfungen eine ziemliche Achterbahnfahrt hinter sich hat. Nachdem für 2020 noch eine Wertberichtigung um gut 3 Mio. Euro fällig wurde, zeigt die Nadel nun steil nach oben – nicht nur wegen der Übernahme des Wettbewerbers Songa Container.

Momentan hält MPC Capital an der seit Mai 2018 an der Börse in Oslo gelisteten MPC Container Ships einen Anteil von etwas mehr als fünf Prozent mit einem Gegenwert von knapp 60 Mio. Euro. Die stillen Reserven auf die Depotposition beziffert Holländer circa 35 Mio. Dollar (umgerechnet knapp 30 Mio. Euro). Spannend wird unter anderem, ob es perspektivisch zu einem Wechsel des Börsenplatzes Richtung USA kommt. Immerhin spielt hier die globale Musik was Containerschifffahrt angeht. Noch mit knapp 20 Prozent ist MPC Capital an der seit Januar 2021 – ebenfalls in Oslo – gelisteten MPC Energy Solutions beteiligt. Der gesamte Börsenwert des auf Energieinfrastruktur spezialisierten Vehikels beträgt zurzeit rund 60 Mio. Euro, in der Spitze waren es aber auch schon knapp 80 Mio. Euro.

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021e
Umsatzerlöse1 47,76 53,79 59,63 42,73 46,85 50,49 32,80
EBITDA1,2 5,11 11,67 15,57 -1,43 -1,58 3,86 3,20
EBITDA-Marge3 10,70 21,70 26,11 -3,35 -3,37 7,65 9,76
EBIT1,4 3,77 9,92 13,80 -3,21 -3,82 1,52 0,86
EBIT-Marge5 7,89 18,44 23,14 -7,51 -8,15 3,01 2,62
Jahresüberschuss1 7,47 10,22 13,16 -18,67 -0,32 -0,15 4,10
Netto-Marge6 15,64 19,00 22,07 -43,69 -0,68 -0,30 12,50
Cashflow1,7 13,65 1,41 -1,33 -8,02 3,04 3,26 5,90
Ergebnis je Aktie8 0,33 0,33 0,41 -0,57 -0,01 -0,01 0,12
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: BDO

Die Zielquote für das Engagement von MPC Capital liegt nach Aussage von Holländer zwischen 3 und 5 Prozent. Vermutlich wird es aber rund zwei Jahre dauern, bis die Hamburger ihr Engagement via aktivem Exit oder durch die Verwässerung bei weiteren Kapitalerhöhungen auf das gewünschte Format gebracht haben. Als Belastung erweist sich noch immer die maue Performance des norwegischen Ökostromproduzenten Scatec, der mit seinen schwachen Zahlen den gesamten Sektor unter Druck gesetzt hat.

Im Immobiliensegment will sich MPC Capital derweil weiter auf Nischen wie ESG-gestützte Projekte fokussieren. „Quantensprünge“ sind hier nicht zu erwarten, wie Holländer es formuliert. Die Musik spielt also klar im Schiffsbereich, wo weltweit ein gewaltiger Investitionsbedarf besteht. Entsprechend dürfte sich die Marktposition von MPC weiter verbessern. Immerhin sagt CEO Ulf Holländer: „Hier sind wir einer der prominentesten Spieler.“ Die Präsentation auf dem HIT hat uns definitiv positiv überrascht – ein paar weniger Anglizismen und es wäre noch besser. Boersengefluester.de wird die weitere Entwicklung eng verfolgen. Für risikobereite Anleger ist der Titel auf jeden Fall eine Depotbeimischung.

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
MPC Capital
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A1TNWJ 3,220 Kaufen 113,50
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
16,95 15,47 1,09 -52,79
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,25 34,79 2,25 20,27
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 22.04.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
12.05.2021 26.08.2021 18.11.2021 25.02.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-3,19% 8,71% 71,28% 149,61%
    

Foto: Dominik Lückmann auf Unsplash


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.