VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,99%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 7,16%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 6,85%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 5,19%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 5,12%
1COV
COVESTRO
Anteil der Short-Position: 4,77%
KGX
KION GR.
Anteil der Short-Position: 3,63%
TMV
TEAMVIEWER INH
Anteil der Short-Position: 3,62%
FTK
FLATEXDEGIRO
Anteil der Short-Position: 3,26%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 2,92%
AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 2,83%
ECV
ENCAVIS
Anteil der Short-Position: 2,62%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 2,61%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 2,55%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 2,44%
HYQ
Hypoport
Anteil der Short-Position: 1,90%
AT1
AROUNDTOWN EO-,01
Anteil der Short-Position: 1,69%
O2D
TELEFONICA DTLD HLDG
Anteil der Short-Position: 1,65%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 1,59%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 1,37%
INS
INSTONE REAL EST.GRP
Anteil der Short-Position: 1,19%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 1,17%
PNE3
PNE Wind
Anteil der Short-Position: 0,50%

Multitude: Konferenz-Management mal anders

Normalerweise ein undankbarer Termin: Die letzte Präsentation am zweiten Tag einer Kapitalmarktkonferenz. Etliche Investoren sind schon wieder abgereist und bei den noch anwesenden Anlegern raucht längst der Kopf von den vielen Charts und Power Points. Doch Lasse Mäkelä ist ein unerschrockener Typ. In seiner neuen Zusatzfunktion als Investor Relations-Chef von Multitude will Mäkelä unbedingt die Gelegenheit nutzen und das finnische Fintech-Unternehmen auf der MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz vorstellen: Und wenn es sein muss, am Mittwochnachmittag als Schlusspunkt von insgesamt 55 Vorträgen. Da können unkonventionelle Maßnahmen nur helfen.

Also hat Lasse Mäkelä boersengefluester.de nach einer 1on1-Blitzvorstellung zur Mittagszeit nicht nur davon überzeugt, dass es unbedingt lohnenswert ist, sich mal wieder mit der bis Mitte 2021 als Ferratum firmierenden Plattform für Konsumenten- und Firmenkredite zu beschäftigen, sondern kurzerhand auch gleich bei Fortec Elektronik-CEO Sandra Maile darum geworben, dass boersengefluester.de ein wenig später in das für 16 Uhr angesetzte Gruppengespräch mit ihr kommt. „Mein Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Ferratum am Kapitalmarkt wieder zu erhöhen“, sagt Lasse Mäkelä. Wir müssen gestehen: Auch boersengefluester.de hatte die Multitude-Aktie in den vergangenen Jahren ein wenig aus dem Blickfeld verloren, dabei war das Unternehmen von Juni 2015 bis Dezember 2016 sogar im SDAX enthalten. Doch der durch Corona verstärkte Transformationsprozess im Fintech-Sektor hat eben keinen Bogen um Mutitude gemacht und so verschieben sich die Gewichtungen auch auf dem Börsenradar.

Multitude  Kurs: 2,890 €

Umso überraschender waren wir bei der Präsentation von Lasse Mäkelä, wie stabil Multitude im Stammgeschäft um die Schnellkredit-Plattform Ferratum dasteht. Daher haben wir uns am Tag nach der MKK gleich noch einen Nachschlag in Form der Präsentation der offiziellen Neun-Monats-Zahlen durch CEO Jorma Jokela und CFO Bernd Egger gegönnt. Demnach zeigt die Gesellschaft mit Hauptsitz in Helsinki nach Ablauf der ersten drei Quartale 2022 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf Konzernebene von 20,82 Mio. Euro – nach 23,23 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Beachtlich ist das insbesondere deshalb, weil die Mobile Banking-App Sweep Bank mit einem operativen Minus von 16,35 Mio. Euro auf das Gesamt-EBIT drückt. Eine Entwicklung, mit der auch Jorma Jokela so nicht zufrieden sein kann. „Wir ändern unsere Ausrichtung von schnellem Wachstum auf profitables Wachstum“, sagt Jokela und kündigt deutliche Einsparungen an. Ziel ist es, dass die Sweep Bank bis 2024 auf ein positives EBIT kommt.

Hinter den Erwartungen zurückgeblieben war zuletzt auch die auf Kredite für kleinere und mittlere Unternehmen spezialisierte Tochter Capital Box, wenngleich die Verlustsituation hier mit knapp minus 1,70 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2022 weniger ausgeprägt ist als bei der Sweep Bank. Bis 2024 avisiert Jokela für den Firmenkreditbereich ein positives EBIT von rund 10 Mio. Euro an. Sofern die Finnen ihre Ziele erreichen und Ferratum stabil bleibt, ergibt sich also ein enormer Hebel für das Konzernergebnis – ausgehend von einem für 2022 avisierten EBIT von etwa 30 Mio. Euro. Um die Prognose für das laufende Jahr tatsächlich zu erreichen, braucht es zwar noch ein starkes viertes Quartal. Doch Finanzvorstand Bernd Egger betont auf dem Investoren-Call, dass er sich angesichts des bisherigen Verlaufs im Abschlussviertel weiterhin wohlfühlt mit dem in Aussicht gestellten Jahresziel. Das ist aus Anlegersicht schon allein deshalb eine Hausnummer, weil der gesamte Börsenwert von Multitude zurzeit nur knapp 61 Mio. Euro beträgt. Zum Vergleich: Auf dem All-Time-High im Januar 2018 türmte sich der Börsenwert auf knackige 706 Mio. Euro.

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Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022e
Umsatzerlöse1 154,13 221,64 262,15 293,10 230,47 213,67 215,00
EBITDA1,2 21,14 34,65 43,02 56,35 41,87 39,22 45,50
EBITDA-Marge3 13,72 15,63 16,41 19,23 18,17 18,36 21,16
EBIT1,4 21,14 31,84 37,80 45,53 28,51 23,90 29,80
EBIT-Marge5 13,72 14,37 14,42 15,53 12,37 11,19 13,86
Jahresüberschuss1 12,96 20,06 19,27 23,02 0,48 -2,56 6,30
Netto-Marge6 8,41 9,05 7,35 7,85 0,21 -1,20 2,93
Cashflow1,7 23,73 33,32 -40,36 22,53 140,36 71,72 -82,00
Ergebnis je Aktie8 0,60 0,92 0,89 1,10 0,02 -0,12 0,29
Dividende8 0,12 0,18 0,18 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

Der AlsterResearch-Analyst Harald Hof stuft die Mutitude-Aktie auf dem gegenwärtigen Niveau jedenfalls als deutlich unterbewertet ein und sieht den fairen Wert in seiner neuesten Studie Der erst bei etwas mehr als 11 Euro erreicht. „Multitude setzt seine Strategie weiterhin erfolgreich um und konzentriert sich auf die profitabelsten Kreditmärkte, die Ausweitung des Kreditportfolios sowie die Stabilisierung der Erträge von einem guten, etablierten Kundenstamm mit besserer Bonität“, lautet das Fazit von AlsterResearch. Nicht ganz unwichtig auch für Aktionäre ist derweil auch das jetzt veröffentlichte Update zu der im April 2023 fälligen Anleihe von 2019 im Volumen von 120 Mio. Euro. Dem Vernehmen nach plant Multitude einen Folge-Bond im Umfang von 50 bis 100 Mio. Euro, entsprechende Gespräche mit potenziellen Investoren werden zeitnah geführt. Insgesamt ist der Multitude-Konzern jedoch geübt, was solche Fremdkapitaltransaktionen angeht, so dass aus heutiger Sicht kein Gefahrenpotenzial von der Bond-Seite ausgeht.

Und was die Aktie angeht, war boersengefluester.de ohnehin überrascht, wie rege die Teilnahme an der Q3-Videokonferenz über die Montega-Plattform Connect war. Aber auch auf der von GBC organisierten MKK in München hat IR-Chef Lasse Mäkelä noch einen guten Teilnehmerschnitt hinbekommen und seine Mission erfüllt, die Multitude-Aktie wieder bekannter zu machen. Ach ja: Mit der Fortec Elektronik-Vorstandsvorsitzenden Sandra Maile hatten wir am Ende in München auch noch ausreichend Zeit für ein informatives Hintergrundgespräch. Danach war dann aber auch wirklich niemand mehr auf der MKK.

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Multitude
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A1W9NS 2,890 Kaufen 62,79
KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
7,05 17,66 0,40 6,32
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,36 0,88 0,29 0,24
Dividende '22 in € Dividende '23e in € Div.-Rendite '23e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 27.04.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
12.05.2022 18.08.2022 17.11.2022 31.03.2022
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
14,38% -3,38% -22,21% -27,75%
    

Foto: Clipdealer


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.