H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 6,97%
SANT
S+T
Anteil der Short-Position: 6,60%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 6,26%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 5,79%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 4,76%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 3,68%
LEO
Leoni
Anteil der Short-Position: 3,43%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 3,30%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,13%
S92
SMA Solar Techn.
Anteil der Short-Position: 2,78%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 2,73%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 2,38%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 2,33%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,77%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 1,70%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,66%
CON
Continental
Anteil der Short-Position: 1,61%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,24%
DUE
Dürr
Anteil der Short-Position: 1,19%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 1,16%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,12%
EUZ
Eckert & Ziegler
Anteil der Short-Position: 0,70%
M5Z
Manz Automation
Anteil der Short-Position: 0,50%

Mutares: Bereit für die nächste Liga

Was für eine irre Entwicklung. Als boersengefluester.de im Frühjahr 2014 erstmals das Management von Mutares zum Hintergrundgespräch in Frankfurt traf (HIER), öffnete sich die auf Sanierungsfälle spezialisierte Beteiligungsgesellschaft gerade zaghaft dem Kapitalmarkt. Zentrale Themen des in den Räumen von Hauck & Aufhäuser durchgeführten Meetings waren das geplante Uplisting in das Freiverkehrssegment Entry Standard – quasi dem Vorgänger des heutigen Scale – sowie die Vorbereitungen für eine eher größere Kapitalerhöhung, die dann später mit einem Volumen von brutto 24,5 Mio. Euro auch tatsächlich umgesetzt wurde. Knapp 6,5 Jahre später steht bei Mutares erneut ein Segmentwechsel auf der Agenda – diesmal in Form eines Upgrades vom Scale in den streng regulierten Prime Standard. Und erneut läuft gerade eine Barkapitalerhöhung. Mit einem Volumen von bis zu rund 100 Mio. Euro freilich in einer nochmals anderen Größenordnung.

„Es geht darum, Mutares in die nächste Liga zu führen“, sagt Johannes Laumann, CIO von Mutares im Teams-Call mit boersengefluester.de. Zur Einordnung: Bei voller Platzierung der bis zu 5.140.439 neuen Aktien würden die Münchner auf einen Börsenwert von 450 Mio. Euro zusteuern. Dagegen erreichte die Marktkapitalisierung bei unserem ersten Treffen mit dem Mutares-Vorstand rund 170 Mio. Euro, was mit Blick auf die seitdem verstrichene Zeitspanne bereits ein ordentlicher Zuwachs ist. On top kommen allerdings noch 115 Mio. Euro Dividenden, die seitdem ausgeschüttet wurden. So gesehen hat sich die Angelegenheit für dauerhaft engagiert gebliebene Investoren mehr als gelohnt. Da wir über Mutares in den vergangenen Jahren regelmäßig berichtet haben (HIER), wollen wir an dieser Stelle nicht die komplette Story nochmal erzählen, zumal sie sich durch die gerade laufende Kapitalerhöhung nicht grundlegend verändert. „Unsere strategische Ausrichtung bleibt gleich“, sagt Laumann.

Mutares  Kurs: 23,300 €

Demnach geht die Gesellschaft weiter ihren Weg und passt dabei lediglich die durchschnittliche Größe sowie die Taktung der einzelnen Transaktionen nach oben an. Ein Prozess, der aber bereits seit geraumer Zeit im Gange ist. So hat sich der – wie es so schön heißt – „Sweet Spot“ beim Erwerb neuer Gesellschaften auf mehr als 100 Mio. Euro Umsatz vergrößert. In Einzelfällen kann die Summe sogar deutlich drüber liegen. Konkret sollen von den angepeilten brutto rund 100 Mio. Euro Emissionserlös laut Wertpapierprospekt etwa 40 bis 60 Mio. Euro in Akquisitionen fließen, zwischen 30 und 50 Mio. Euro sind für das bestehende Portfolio gedacht. Zudem gibt es noch einen Puffer für allgemeine Unternehmenszwecke. Erklärtes Ziel ist es, den Konzernerlös bis zum Jahr 2023 auf eine Größe von mindestens 5 Mrd. Euro zu hieven.

Für Aktionäre ist diese Zahl freilich nur von begrenzter Relevanz. Sehr viel wichtiger ist, was auf Ebene der Holding an Dividenden oder Umsatzerlösen aus dem Beratungsgeschäft für die einzelnen Portfoliofirmen sowie möglichen Exit-Erlösen übrig bleibt. Für das laufende Jahr rechnet Laumann mit einem Holding-Ergebnis zwischen 43 und 55 Mio. Euro – nach 33,4 Mio. Euro im Jahr zuvor. Maßgeblich für Anleger ist dieses Resultat insbesondere deshalb, weil sich hieraus die jeweilige Dividendenzahlung speist. Dabei peilt Mutares eine jährliche Basisdividende von 1 Euro je Aktie an, womit der Titel per se schon mal zu den Renditehits auf dem heimischen Kurszettel gehört. Je nach Exit-Erlösen aus Firmenverkäufen kann hierauf noch ein Bonus kommen.

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021e
Umsatzerlöse1 683,81 647,57 899,70 865,10 1.015,90 1.583,90 2.450,00
EBITDA1,2 39,87 20,74 67,10 49,10 79,20 142,70 390,00
EBITDA-Marge3 5,83 3,20 7,46 5,68 7,80 9,01 15,92
EBIT1,4 19,60 4,50 40,00 19,40 26,20 41,20 340,00
EBIT-Marge5 2,87 0,69 4,45 2,24 2,58 2,60 13,88
Jahresüberschuss1 6,81 -5,35 43,90 12,00 16,70 19,70 25,00
Netto-Marge6 1,00 -0,83 4,88 1,39 1,64 1,24 1,02
Cashflow1,7 -45,28 -39,04 -29,10 -11,10 -10,70 -43,00 -4,50
Ergebnis je Aktie8 0,44 -0,35 2,85 0,96 1,37 1,78 1,70
Dividende8 0,60 0,35 1,00 1,00 1,00 1,50 1,50
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Deloitte

Gut zu wissen: Der Sockelbetrag von 1 Euro je Aktie bleibt auch bei Vollplatzierung der Kapitalerhöhung stehen und wird nicht etwa auf 0,75 Euro verwässert. Als Faustformel für Aktionäre gilt zudem, dass Mutares mittel- bis langfristig ein Nettoergebnis auf Holdingebene von 1,8 bis 2,2 Prozent des Konzernumsatzes anpeilt. Im Mittel und bezogen auf die für 2023 avisierte Erlös-Untergrenze von 5 Mrd. Euro käme die Gesellschaft damit auf einen Überschuss von rund 100 Mio. Euro. Bei knapp 20,64 Millionen Aktien ergibt sich also eine Menge Dividendenspielraum nach oben. Wichtig auch der Hinweis, dass sich der Streubesitzanteil der Mutares-Aktie im Zuge der laufenden Kapitalerhöhung von derzeit 59,77 Prozent wohl Richtung 65 Prozent verschieben wird. Die bisherigen Kernaktionäre aus Vorstand, Aufsichtsrat sowie dem Unternehmer Johann Vielberth werden rund 20 Prozent der neuen Aktien zeichnen – also etwa jedes zweite Bezugsrecht ausüben. Das ist eine durchaus markante Größe bei dem stets schwierigen Spagat zwischen Vergrößerung der Aktionärsbasis und Bekenntnis zum eigenen Unternehmen.

Per saldo bleibt der Titel damit eine attraktive Option für risikobereite Dividendenfans. Die aktuelle Kursschwäche ist dabei zum wesentlichen Teil der noch bis 13. Oktober laufenden Kapitalerhöhung geschuldet und sollte bald überwunden sein. Das Uplisting in den Prime Standard wiederum ist für den 19. Oktober 2021 angesetzt. Die Hoffnung von Mutares ist, dass der Wechsel zusätzliche Profiinvestoren anzieht, die bislang aus meist regulatorischen Gründen nicht in den Titel investieren durften. Rein charttechnisch ist wiederum interessant, dass die Notiz der Mutares-Aktie momentan am steigenden 200-Tage-Durchschnitt andockt – normalerweise liegt hier eine solide Unterstützungszone.

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Mutares
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A2NB65 23,300 Kaufen 480,84
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
16,64 13,76 1,17 23,76
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,79 - 0,30 5,15
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
1,50 1,50 6,44 20.05.2021
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
11.05.2021 04.08.2021 09.11.2021 08.04.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-8,46% 4,36% 48,41% 111,82%
    

Foto: Chris Kaeppeli auf Unsplash


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.