H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 9,48%
SANT
S+T
Anteil der Short-Position: 7,43%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 6,98%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 5,69%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 4,65%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 4,07%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 4,04%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 2,91%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 2,90%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 2,61%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 2,15%
CT4
FOX E-MOBILITY IN...
Anteil der Short-Position: 2,00%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 1,63%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,32%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 1,27%
TMV
TEAMVIEWER INH
Anteil der Short-Position: 1,01%
AM3D
SLM SOLUTIONS GRP
Anteil der Short-Position: 0,91%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 0,86%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 0,77%
DEZ
Deutz
Anteil der Short-Position: 0,72%
FSNT
FASHIONETTE
Anteil der Short-Position: 0,60%
FME
Fresenius Med. Care
Anteil der Short-Position: 0,56%
VNA
VONOVIA
Anteil der Short-Position: 0,43%

SGL Carbon: Die Entscheidung naht

Eigentlich ist die Investmentstory von SGL Carbon auf den ersten Blick überzeugend. Die Wiesbadener stellen aus Koks und Pech verschiedene Kohlenstoff-, Carbonfaserverbund- und Graphit-Produkte her. Besonders Carbon ist dank seiner einzigartigen Materialeigenschaften heiß begehrt. Hitze- und Korrosionsbeständigkeit bei hoher Strom- und Widerstandsfähigkeit und ein sehr geringes Gewicht lassen vielfältige Einsatzmöglichkeiten zu. Besonders bei den auf Leichtbauweise getrimmten Elektroautos sind diese Eigenschaften gefragt. Allerdings hat die Sache zwei Haken: Die Herstellung von Carbon ist im Vergleich zu Stahl noch sehr energieintensiv und damit teuer. Zudem erzielt SGL in dem Bereich nur rund ein Fünftel seiner Erlöse.

Entscheidend für den Unternehmenserfolg sind andere Geschäftsfelder – und hier beginnen die Probleme für den SDAX-Konzern. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Kohlenstoff- und Graphitelektroden, Kathoden und Hochofenauskleidungen. Knapp 30 Prozent der Erlöse verdient SGL mit dem Verkauf von speziellen Graphiten, die in der Chemie-, Automobil-, LED- und besonders Lithium-Ionen-Batterie- und Solarindustrie eingesetzt werden. Hier sind die Preise im Sinkflug und setzten dem Unternehmen in der Vergangenheit bereits kräftig zu.

Die vor wenigen Wochen verkündeten Eckdaten für das Geschäftsjahr 2014 waren daher erneut wenig überzeugend. Mit einem kleinen, einstelligen, positiven operativen Ergebnis wurden die Markterwartungen zwar übertroffen. Unter dem Strich bleibt aber ein hoher Fehlbetrag von rund 250 Mio. Euro – nach minus 317 Mio. Euro im Jahr 2013. Dies zeigt deutlich, wie schwierig die Marktverhältnisse sind. Höher als erwartete Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen bei der zum Verkauf vorgesehenen Tochter HITCO trüben das Fazit. Im Juni 2014 rechnete SGL noch mit einem deutlich positiven Kaufpreis für den Lieferanten von Verbundwerkstoffen und Strukturbauteilen für die Luft- und Raumfahrt. Inzwischen sieht die Lage anders aus, die ersten Angebote liegen offenbar unter dem Buchwert, was zu Abschreibungen führt. Mit dem hohen Fehlbetrag wurden zugleich alle Mittel aus der im Oktober 2014 durchgeführten Kapitalerhöhung aufgezehrt. Der Bruttoerlös lag damals bei 267 Mio. Euro.

 

SGL Carbon  Kurs: 8,180 €

 

In die Karten spielt dem Unternehmen hingegen der Ölpreisverfall, der sich leicht positiv auf der Kostenseite bemerkbar machen sollte. Die durchschnittlichen Konsensschätzungen sind seit Ende Januar daher leicht gestiegen und lockten einige Schnäppchenjäger in die Aktie. Ähnlich wie bei anderen Werten, die im vergangenen Jahr kräftig unter die Räder kamen (Bilfinger, LPKF Laser, Aixtron), profitierten auch die Papiere von SGL. Ob die Gegenbewegung aber auch nachhaltig sein wird, ist offen. Bisher holte die Aktie noch nicht einmal die Hälfte der Korrektur ausgehend von 26 Euro wieder auf. Neue Impulse sind wohl erst zur Bilanzvorlage am 18. März zu erwarten. SGL-Chef Jürgen Köhler ist seit gut einem Jahr im Amt und hat in dieser Zeit bereits einige Erfolge beim Konzernumbau erzielt. Verlustbringende Aktivitäten wurden restrukturiert oder eingestellt. Seit Jahresbeginn greift eine weitere Verschlankung der Organisation von fünf auf nur noch drei Geschäftsbereiche. Entsprechend wurde auch die Anzahl der Vorstandsmitglieder angepasst. Mit der Neuausrichtung passte das neue Führungsteam auch die Unternehmenskultur an und gab neue Ziele vor. Angestrebt werden eine Kapitalrendite von mindestens 15 Prozent sowie eine Senkung des Verschuldungsfaktors auf unter 2,5.

Mit der Teilnahme an der Kapitalerhöhung sendeten die Ankeraktionäre Susanne Klatten (SKion: 27,46 Prozent), BMW (18,44 Prozent) und Volkswagen (9,92 Prozent) zugleich ein starkes Signal, dass sie unverändert an eine bessere Zukunft des Unternehmens glauben. Nach Gewinnen von rund 30 Prozent, ausgehend vom Dezember-Tief, sind allerdings auch schon einige Vorschusslorbeeren im Kurs enthalten. Die Zahlen Mitte März werden zeigen, ob die jüngste Tendenz auch gerechtfertigt ist. Sollte der Newsflow positiv bleiben und die eingeleiteten Maßnahmen greifen, könnte sich die Aktie mittelfristig wieder der 20-Euro-Marke nähern. Allerdings darf das Risiko nicht unterschätzt werden, denn in den wichtigsten Geschäftsbereichen bleibt der Wettbewerbs- und damit Preisdruck hoch. Bankhaus Lampe sowie Warburg Research raten derzeit mit Kurszielen von 11 und 13,50 Euro zum Verkauf. Die Aktie kommt daher nur für mutige, antizyklische Anleger in Frage.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
SGL Carbon
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
723530 8,180 Kaufen 1.000,75
KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
16,36 15,23 1,04 -5,99
KBV KCV KUV EV/EBITDA
3,24 9,62 1,09 -124,20
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 17.05.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
05.05.2022 04.08.2022 11.11.2021 24.03.2022
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-6,83% 2,28% 127,54% 113,58%
    

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021e
Umsatzerlöse1 789,50 769,80 860,10 1.047,50 1.086,70 919,40 1.000,00
EBITDA1,2 63,90 69,90 90,70 172,20 48,10 -9,60 130,00
EBITDA-Marge3 8,09 9,08 10,55 16,44 4,43 -1,04 13,00
EBIT1,4 13,70 20,70 49,00 80,90 -34,30 -93,70 88,00
EBIT-Marge5 1,74 2,69 5,70 7,72 -3,16 -10,19 8,80
Jahresüberschuss1 -293,30 -109,70 141,50 41,70 -89,50 -129,40 60,00
Netto-Marge6 -37,15 -14,25 16,45 3,98 -8,24 -14,07 6,00
Cashflow1,7 -39,70 -14,40 -48,10 19,00 61,90 104,00 0,00
Ergebnis je Aktie8 -3,22 -1,19 1,14 0,34 -0,74 -1,08 0,46
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: KPMG

 

Foto: SGL Carbon SE (Kathodenblock für Aluminium-Elektrolysezellen)

 

Dieser Beitrag stammt von Franz-Georg Wenner, der für die boersengefluester.de-Partnerseite Feingold Research schreibt.


Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.