H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 7,80%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 5,36%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 4,75%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 4,43%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 4,04%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 4,00%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 3,85%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 3,75%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 3,34%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 3,29%
FTK
FLATEXDEGIRO
Anteil der Short-Position: 3,20%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 2,00%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,89%
SGL
SGL Carbon
Anteil der Short-Position: 1,84%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 1,72%
WCH
Wacker Chemie
Anteil der Short-Position: 1,22%
JEN
JENOPTIK
Anteil der Short-Position: 1,18%
CON
Continental
Anteil der Short-Position: 0,71%
F3C
SFC Energy
Anteil der Short-Position: 0,60%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,59%
DEZ
Deutz
Anteil der Short-Position: 0,51%
BAS
BASF
Anteil der Short-Position: 0,50%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 0,48%

Siemens: Hoffen auf den Spin-off-Effekt

Lange, sehr lange hat es gedauert, bis Siemens eine Lösung für die Tochter Osram präsentierte. Anfang Juli wird es nun soweit sein: Der Technologiekonzern führt mit dem Spezialisten für Beleuchtungstechnik bereits das vierte Unternehmen an die Börse (Weitere Infos dazu hier). In den vergangenen Monaten hatte Siemens vergeblich versucht, Osram im Rahmen eines traditionellen IPOs aufs Parkett zu entlassen. Stattdessen wird nun ein Spin-off durchgeführt: Am 5. Juli erhalten Aktionäre des DAX-Konzerns für je zehn Siemens-Titel eine Osram-Aktie eingebucht, die Erstnotiz erfolgt am 8. Juli. Bei 881 Millionen Siemens-Papieren wird es künftig rund 88 Millionen Osram-Aktien geben. Nach dem Spin-off wird Siemens mit 17 Prozent an Osram beteiligt sein, 2,5 Prozent bekommt der eigene Pensionsfonds, der Rest von 80,5 Prozent wird als Streubesitz an der Börse gehandelt.

Die ersten Tage auf dem Parkett könnten für die Tochter aber sehr ungemütlich werden. Sogar im Börsenprospekt warnt das Management vor deutlichen Verlusten zu Beginn. Der Grund: Index-Fonds, die den DAX abbilden und die Osram-Papiere ins Depot gebucht bekommen, dürften wohl kein Interesse haben, die Anteile länger zu halten. “Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass unmittelbar nach Zulassung unserer Aktien zur amtlichen Notierung ein erheblicher Verkaufsdruck entsteht”. Nach Schätzungen eines Bankers dürften rund 40 bis 50 Prozent der Osram-Aktien ihren Besitzer wechseln. Seit Tagen versuchen daher das Management und die begleitenden Banken im Rahmen einer Roadshow Investoren von Osram zu überzeugen. Aus Branchenkreisen ist aber zu hören, dass der Einsatz wohl eher wirkungslos verpuffen wird.

Dennoch: Unter dem Strich dürfte der Anteilsverkauf deutlich positive Effekte auf die Eigenkapitalrendite des Konzerns haben. Der Spin-off von Osram ist aber nur eine Baustelle. Schwierig gestaltet sich immer noch der Ausstieg bei der Netzwerktochter Nokia Siemens Networks. Wegen der starken Konkurrenz aus China ist das im Frühjahr 2007 gegründete Gemeinschaftsunternehmen mit Fokus auf Mobilfunk- und Festnetz-Infrastruktur einem hohen Margendruck ausgesetzt. Für die defizitäre Solarsparte geht hingegen bald das Licht aus. Vor vier Jahren stieg Siemens beim israelischen Solar-Wert Solel für 284 Mio. Euro ein. Ein teurer Fehler. Ein Verkauf scheiterte, die Sparte wird nun geschlossen. Experten beziffern die Gesamtbelastungen auf rund eine Milliarde Euro. Künftig will sich der Konzern bei den erneuerbaren Energien auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren. Kein leichtes Geschäftsfeld, zuletzt verhagelten interne Probleme bei den Windkraftprojekten auf offener See die Bilanz.

Siemens  Kurs: 113,620 €

 

Nachdem Siemens mit seinem Q2-Bericht vor allem auf der Erlösseite deutlich die Erwartungen verfehlte und die Prognose für das Geschäftsjahr 2012/13 kassierte, sind einige negative Faktoren bereits eingepreist. Die schwache Erlösentwicklung im frühzyklischen Industriegeschäft zeigt, dass auch in den Exportmärkten künftig Gegenwind droht. In wichtigen Schwellenländern wie China sank der Umsatz zuletzt um vier Prozent. Immerhin stieg der Auftragseingang dank zweier Großaufträge im Geschäft mit Offshore-Windenergie und mit Zügen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 21,5 Mrd. Euro. Mit positiven Effekt auf das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz: Mit einem Book-to-Bill Ratio von 1,19 blieb der Konzern auf Wachstumskurs.

Fazit: Die Entwicklung im aktuellen Geschäftsjahr sollte auch vor dem Hintergrund des im November 2012 aufgelegten Sparprogramms „Siemens 2014“ nicht überbewertet werden. Angepeilt wird, bis 2014 die Kosten um gut sechs Mrd. Euro zu drücken. Die Analysten der NordLB sehen Siemens derzeit in einem Übergangsjahr, wobei erst im vierten Quartal eine genauere Prognose möglich sein wird, ob die ehrgeizigen Ziele auch erreicht werden.

Hochspannend ist derzeit auch die Charttechnik. In den vergangenen neun Monaten prallte die Aktie bei inzwischen neun Anläufen an der Marke von rund 75 Euro wieder nach oben hin ab. Erst vor wenigen Tagen griffen die Käufer erneut an der Unterstützung zu. Wer gute  Nerven hat und an eine unmittelbar bevorstehende Erholung an den Börsen glaubt, steigt auf dem aktuellen Niveau ein und sichert sich mit einem Stopp-Loss per Tagesschluss knapp unter 74 Euro ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Läuft es gut, könnte die Aktie auch begünstigt durch den bevorstehenden Spin-off schon bald wieder bis an den nächsten Widerstand bei  85 Euro laufen.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Siemens
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
723610 113,620 Kaufen 96.577,00
KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
12,09 17,24 0,72 17,24
KBV KCV KUV EV/EBITDA
2,28 9,66 1,55 15,27
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
3,50 4,00 3,52 10.02.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
10.02.2022 12.05.2022 05.08.2021 02.12.2021
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-6,76% -17,47% -25,58% -15,01%
    

 

 

Zum Autor: Diese Analyse stammt von Franz-Georg Wenner, der die boersengefluester.de-Partnerseite chartanalysen-online.de betreibt. Dort finden Sie täglich interessante Kommentare und Analysen zu Aktien, Indizes und Rohstoffen aus rein charttechnischer Sicht.

 

Bild: Siemens AG



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.

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