VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 8,38%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 5,74%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 5,36%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 4,62%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 3,84%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 3,74%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 3,73%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 3,63%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,56%
NA9
NAGARRO
Anteil der Short-Position: 3,27%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 3,05%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 2,79%
SHA
SCHAEFFLER VZO
Anteil der Short-Position: 2,76%
1COV
COVESTRO
Anteil der Short-Position: 2,39%
NB2
NORTHERN DATA INH
Anteil der Short-Position: 2,09%
RHM
Rheinmetall
Anteil der Short-Position: 1,97%
ADS
Adidas
Anteil der Short-Position: 1,49%
WCH
Wacker Chemie
Anteil der Short-Position: 1,40%
NOEJ
NORMA GR.
Anteil der Short-Position: 1,34%
C0M
COM.CHARG.SOL INH...
Anteil der Short-Position: 1,33%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 1,20%
EUZ
Eckert & Ziegler
Anteil der Short-Position: 0,62%
HYQ
Hypoport
Anteil der Short-Position: 0,60%

Vita 34: Klares Bekenntnis zur Börse

Zu welchen Leistungen die Aktie von Vita 34 fähig ist, zeigte sie zum Jahresbeginn. Damals schoss die Notiz des Spezialisten für Stammzellen aus Nabelschnurblut und -gewebe innerhalb von gerade einmal drei Wochen um 125 Prozent auf in der Spitze 7,30 Euro in die Höhe. Auslöser der Rally war die mehrheitliche Beteiligung an dem Nabelschnurdatenbank-Anbieter Stellacur. Den Rest besorgte eine pushige Empfehlung in einem Anlegermagazin, die aber eigentlich gar keine Neuigkeiten enthielt. Und so war es beinahe abzusehen, dass die Notiz erst einmal wieder einen Teil der Gewinne abgab und bis auf knapp 5 Euro zurückfiel. Im Sommer folgte dann eine weitere Korrekturphase, die den Anteilschein der Leipziger zeitweise sogar unter die Marke von 4 Euro beförderte. Seitdem ist es vergleichsweise still geworden um die Aktie von Vita 34. Grund genug für boersengefluester.de, mit André Gerth, dem Vorstandsvorsitzenden von Vita 34, über den gerade vorgelegten Neun-Monats-Bericht zu sprechen.

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen ordentlich aus. Die Umsätze zogen im dritten Quartal – begünstigt durch einen Sondereffekt im Zuge einer Änderung bei der Rechnungsstellung – um immerhin 17 Prozent auf annähernd 4 Mio. Euro an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte im gleichen Zeitraum um 30 Prozent auf 0,823 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein von 0,208 auf 0,307 Mio. Euro verbesserter Gewinn stehen. Bezogen auf den Neun-Monats-Zeitraum stieg das EBITDA – die maßgebliche Steuerungsgröße von Vita 34 – um 7,2 Prozent auf 1,64 Mio. Euro. Damit hat die Gesellschaft die Erwartungen des Kapitalmarkts gut erfüllt. Schwieriger als gedacht gestaltet sich dagegen die Einholung der behördlichen Erlaubnis zur Entnahme von Nabelschnurgewebe. Vita 34 hatte im Vorjahr ihre zuvor auf die Entnahme von Nabelschnurblut fokussierte Strategie auf Nabelschnurgewebe ausgeweitet und sich damit als vollwertige „Biobank“ positioniert.

 

Vita 34  Kurs: 6,900 €

 

Anders als im Nabelschnurblut, befinden sich im Gewebe besonders viele der besonders vitalen mesenchymalen Stammzellen, mit deren Hilfe sich das Einsatzspektrum deutlich ausweitet. Die Kunden von Vita 34 sind im Normalfall werdende Eltern, die ihren Kindern quasi die Basis für eine individuelle Medizin gegen schwere Krankheiten mit auf den Weg geben wollen. Um alle der insgesamt mehr als 700 bundesweiten Partner-Kliniken mit in das Nabelschnurgewebe-Angebot einzubeziehen, ist allerdings die Zustimmung von sage und schreibe 27 lokalen Ämtern erforderlich. Und auf dieser Tour kommt Vita 34 langsamer voran als gedacht. „Schwierigkeiten bereiten uns derzeit noch zwei Bundesländer, in einem weiteren großen Bundesland ist die Entwicklung hingegen positiv“, verrät uns Gerth. Dabei räumt der Manager unumwunden ein, dass er einen derartigen Behördenmarathon kaum für möglich gehalten hätte – insbsondere nach der vergleichsweise zügigen Erlaubniserteilung im Pilot-Bundesland Sachsen. „Die Folge ist, dass wir derzeit noch nicht so flächendeckend anbieten können, wie wir das eigentlich schon wollten“, sagt Gerth.

Dementsprechend vorsichtiger zeigt sich der Firmenlenker nun auch bei der Prognose für das Gesamtjahr. Hieß es bislang, dass für 2014 mit einem EBITDA von rund 3,3 Mio. Euro zu rechnen sei, stellt Gerth nun nur noch ein EBITDA „über dem Niveau des Vorjahres“ in Aussicht. Demnach läge die Unterkante bei mindestens 2,66 Mio. Euro. Auf eine konkrete Spanne will sich Gerth im Gespräch mit boersengefluester.de gegenwärtig nicht festlegen. Wir gehen jedoch davon aus, dass Vita 34 auf ein EBITDA von vermutlich rund 3 Mio. Euro kommen könnte – eventuell wird es auch etwas weniger. Die bislang von Close Brothers Seydler unterstellten 2,8 Mio. Euro EBITDA sollten jedenfalls das untere Ende markieren. Dem steht zurzeit ein Börsenwert von 12,8 Mio. Euro entgegen. Wirklich teuer ist der Small Cap also nicht, zumal die Ergebnisse 2015 spürbar besser werden sollten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr alle Genehmigungen haben“, sagt Gerth. Interessant ist der Titel schon jetzt mit Blick auf das Eigenkapital. Immerhin wird Vita 34 mit einem Abschlag von 40 Prozent auf den von boersengefluester.de berechneten Buchwert je Aktie von 7,13 Euro berechnet. Die Liquiditätsausstattung ist mit einem Nettofinanzmittelbestand von rund 3,2 Mio. Euro solide. Den auf der Hauptversammlung Ende August geschaffenen Kapitalrahmen zur Ausgabe von bis zu 1,5 Millionen Aktien bezeichnet der Vorstand als „reinen Vorratsbeschluss“. Eine Kapitalerhöhung stehe derzeit jedenfalls nicht auf der Agenda.

Ein erfreulich klares Bekenntnis gibt es zur Börsennotiz. Gegenwärtig ist Vita 34 sogar im streng regulierten Prime Standard gelistet – gemeinsam mit rund 300 anderen Unternehmen, gut die Hälfte davon sind Mitglieder in DAX, MDAX, SDAX oder TecDAX. Vita 34 gehört gemäß der Datenbank von boersengefluester.de derzeit zu den zehn kleinsten Prime-Standard-Werten und würde theoretisch besser in den Entry Standard passen. Doch davon will Gerth nichts wissen, im Gegenteil: „Ein Segmentwechsel wäre das falsche Signal. Wir haben eine klare Vision, wo Vita 34 in fünf Jahren stehen wird. Und wenn wir unsere Ziele erreichen, werden wir uns auch im Prime Standard sehr wohl fühlen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Auf dem Parkett gestartet war die Company im März 2007 mit einer Bewertung von fast 40 Mio. Euro. Bezogen auf die aktuelle Aktienstückzahl würde das einem Kurs von immerhin 13 Euro entsprechen. Der Emissionspreis lag gar bei 15 Euro. Es gibt also noch viel aufzuholen, damit sich das Unternehmen nicht mehr als Prime-Standard-Zwerg fühlen muss. Die Chancen dafür stehen jedoch gut: Boersengefluester.de traut dem Papier in den kommenden Monaten jedenfalls eine überdurchschnittliche Entwicklung zu. Die Konsolidierungsphase seit Anfang August scheint beendet zu sein. Zudem werten wir es als positives Zeichen, dass die Börsianer die Prognoseabschwächung erstaunlich gelassen aufgenommen haben.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Vita 34
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0BL84 6,900 Halten 110,65
KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
23,79 21,34 1,12 57,50
KBV KCV KUV EV/EBITDA
2,64 40,58 3,89 121,44
Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 29.06.2022
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
31.05.2022 30.08.2022 22.11.2022 30.04.2022
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-28,66% -40,64% -54,00% -57,28%
    

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022e
Umsatzerlöse1 16,29 19,19 20,41 19,93 20,07 28,42 61,00
EBITDA1,2 2,29 1,85 4,72 5,43 5,34 0,81 -4,90
EBITDA-Marge3 14,06 9,64 23,13 27,25 26,61 2,85 -8,03
EBIT1,4 0,78 0,14 2,63 2,45 2,38 -3,07 -10,20
EBIT-Marge5 4,79 0,73 12,89 12,29 11,86 -10,80 -16,72
Jahresüberschuss1 0,62 -0,33 0,83 0,72 1,50 -3,93 -12,60
Netto-Marge6 3,81 -1,72 4,07 3,61 7,47 -13,83 -20,66
Cashflow1,7 2,29 1,53 4,60 6,32 3,98 2,73 -1,50
Ergebnis je Aktie8 0,14 -0,09 0,20 0,18 0,37 -0,63 -1,25
Dividende8 0,16 0,16 0,16 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Foto: Shutterstock



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.