H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 7,07%
SANT
S+T
Anteil der Short-Position: 6,60%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 6,20%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 5,71%
TUI1
TUI
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Leoni
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ECV
ENCAVIS
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S92
SMA Solar Techn.
Anteil der Short-Position: 2,78%
LPK
LPKF Laser & Electr.
Anteil der Short-Position: 2,74%
ZIL2
ElringKlinger
Anteil der Short-Position: 2,38%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 2,22%
SOW
Software AG
Anteil der Short-Position: 1,80%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 1,70%
FRA
Fraport
Anteil der Short-Position: 1,66%
HEI
HeidelbergCement
Anteil der Short-Position: 1,24%
CON
Continental
Anteil der Short-Position: 1,22%
LHA
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Anteil der Short-Position: 1,16%
SBS
STRATEC
Anteil der Short-Position: 0,83%
EUZ
Eckert & Ziegler
Anteil der Short-Position: 0,70%
SHA
SCHAEFFLER VZO
Anteil der Short-Position: 0,68%
M5Z
Manz Automation
Anteil der Short-Position: 0,50%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,49%

Aleo Solar: Die heißeste Nummer des Jahres

Spektakuläre Wende bei Aleo Solar: Auf der für den 17. Dezember 2014 angesetzten außerordentlichen Hauptversammlung kommt es nun doch nicht zum Showdown zwischen Großaktionär Bosch und der Deutschen Balaton. Wie die Beteiligungsgesellschaft mitteilt, „konnte eine kurzfristige Einigung” über den Verkauf der von ihr gehaltenen Aleo-Aktien an Bosch erzielt werden. Dem Vernehmen nach erwarten die Heidelberger aus dem Deal im Konzern einen Ergebnisbeitrag vor Steuern von rund 2,5 Mio. Euro. Eine erstaunliche Zahl: Bezogen auf den Gesamtbestand von Deutsche Balaton und ihrem Großaktionär Delphi Unternehmensberatung müsste sich Bosch demnach auf einen Verkaufspreis von rund 4 Euro je Aleo-Aktie eingelassen haben. Das liegt signifikant über den jüngsten Kursen von Aleo Solar, die sich eher um 1,50 Euro bewegten. Der tatsächliche Kracher erfolgte dann mit leichter Verzögerung. Nach offizieller Mitteilung von Robert Bosch beträgt der mit Balaton und Delphi vereinbarte Kaufpreis sogar 6,00 Euro je Aleo-Aktie. Kein Wunder, dass die Notiz nach Bekanntwerden des Deals in die Höhe schoss und gegenwärtig bei 2,30 Euro steht.

Hintergrund der Transaktion: Eigentlich wollte Bosch das Kapitel um ihr wenig ruhmreiches Engagement bei dem Solarunternehmen Aleo Solar längst geschlossen haben. Die Reste des operativen Geschäfts wurden 2014 inklusive einer fürstlichen Mitgift an ein asiatisches Bieterkonsortium verkauft. Die Börsenhülle galt – nach Abzug aller Auflösungskosten – hingegen als wertlos. Das wiederum konnten die Strategen der Deutschen Balaton nicht glauben. Ihrer Meinung nach bildeten die von Aleo Solar aufgetürmten Verlustvorträge von 150 bis 200 Mio. Euro sehr wohl einen Wert und legten es daher auf ein öffentlich ausgefochtenes Duell mit dem Mischkonzern Bosch an, der bis dahin 90,71 Prozent an dem Photovoltaikunternehmen hielt. Ihr Kalkül: Damit Bosch einen Schlussstrich in Form eines Squeeze-outs ziehen konnte, brauchten die Stuttgarter eine Beteiligung von mindestens 95 Prozent. Diese Quote wiederum sollte Bosch aber nur mit Hilfe der von den Balatons gehaltenen Stücke erreichen.

Als Abfindungspreis standen immerhin 2,55 bis 3,00 Euro im Raum. Um selbst auf die erforderliche Aktienstückzahl zu kommen, richtete sich Balaton zunächst mit einem Angebot über 1,50 Euro an den verbliebenen Streubesitz. Nach Abschluss der Offerte kamen die Heidelberger – inklusive der ihr über ihren Großaktionär Delphi Unternehmensberatung zurechenbaren Stücke – dann auf einen Bestand von 624.827 Aleo-Aktien. Auf die Deutsche Balaton direkt entfielen davon 476.315 Anteile. Summa summarum wäre Bosch damit auf einen Anteil von 95,55 Prozent gekommen. Alles schien perfekt gelaufen zu sein.

 

  Kurs: 0,000 €

 

Doch irgendwie geriet die Sache aus dem Ruder. Zwar hatte Balaton nach Abschluss des öffentlichen Angebots genügend Stücke zusammen, um Bosch über die 95-Prozent-Schwelle zu hieven. Trotzdem drückte Balaton wenig charmante Tagesordnungspunkte auf das Programm der außerordentlichen Hauptversammlung (HV) am 17. Dezember in Oldenburg. Es ging um Schadenersatzansprüche und die Bestellung eines Sonderprüfers. Das sah eher nach Krawall als nach einer Annäherung aus. Bosch wiederum konterte, in dem sie 1.303.040 Stimmrechte – das entspricht genau zehn Prozent der Aktien – auf die in Stuttgart am Robert-Bosch-Platz 1 gemeldete Pollux Beteiligungsgesellschaft mbh i.G. ausgliederte. Schwer zu sagen, ob dieser Schachzug rechtlich Stand gehalten hätte. Aber auf dem Papier hatte Balaton nun zumindest einen weiteren Widersacher. Ab diesem Zeitpunkt dürften hinter den Kulissen die Verhandlungen zwischen Balaton und Bosch wieder aufgenommen worden sein. Kurz vor der außerordentlichen HV dann die Einigung, die der Deutschen Balaton einen in dieser Höhe kaum zu erwartenden Ertrag bringt. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass die Deutsche Balaton sich im Gegenzug verpflichtet, ihre Klagen gegen HV-Beschlüsse von Aleo zurückzunehmen. Vor allen Dingen dieser Punkt war für Bosch wohl so wichtig, dass sie bereits waren einen derart hohen Preis an Balaton zu zahlen.

Drängender für viele Anleger ist aber die Frage, was nun mit der Aktie von Aleo Solar passieren wird. Man muss kein großer Stratege sein, um darauf zu tippen, dass die Aktie von der Börse verschwinden wird. Der entscheidende Punkt ist: Wählt Bosch die Squeeze-out-Variante? Und wenn ja: zu welchem Preis? Oder aber bevorzugt Bosch den Weg durch die kalte Küche und zieht ein Delisting vor? Politisch korrekt wäre der klassische Squeeze-out mit einer anständigen Abfindung. Der finanzielle Aufwand wäre überschaubar. Nimmt man die jüngsten Stimmrechtsmitteilungen als Basis, geht es um 585.512 Aleo-Aktien. Bezogen auf die in den Angebotsunterlagen von Balaton genannte Spanne von 2,55 bis 3,00 Euro ergäbe sich für Bosch eine Restsumme von 1,50 bis 1,75 Mio. Euro. Nimmt man die mit Balaton vereinbarten 6,00 Euro als Basis, ergibt sich ein Betrag von rund 3,5 Mio. Euro. Angesichts der zig Millionen, die das Unternehmen bereits bei Aleo Solar versenkt hat, möchte man fast sagen, dass es jetzt auch nicht mehr drauf ankommt. Schließlich hatte sich Bosch bereits in den Abwicklungsverhandlungen stets großzügig gezeigt – auch um ein Imagedebakel, wie Siemens es vor acht Jahren bei BenQ erlebt hat, zu vermeiden.

Vor diesem Hintergrund könnte es sich für die noch verbliebenen freien Aktionäre sogar als vorteilhaft erweisen, dass Balaton die Korrespondenz mit Bosch in die offizielle Angebotsunterlage aufgenommen hat. Normal ist so ein Verfahren sicher nicht, allerdings erzeugt es einen gewissen öffentlichen Druck. Dennoch: Aleo Solar bleibt die wohl heißeste Squeeze-out-Spekulation des Jahres. Anleger sollten jedoch nicht drauf wetten, dass es nun auch einen Squeeze-out zu 6 Euro gibt. Nach Informationen von boersengefluester.de wurde dies auch so auf der HV von Aleo Solar kommuniziert. Die 6 Euro gelten also nur für Balaton. Letztlich scheint boersengefluester.de die ursprünglich zur Debatte stehende Spanne um 2,50 Euro eine realistische Variante zu sein. Noch vor ein paar Tagen wäre eine Offerte in dieser Höhe ohnehin ein Traum gewesen.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
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KGV 2022e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
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Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
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Foto: Aleo Solar AG



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.