MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 9,86%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 9,71%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 8,46%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 4,19%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 4,01%
FTK
FLATEXDEGIRO
Anteil der Short-Position: 3,89%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 2,71%
AT1
AROUNDTOWN EO-,01
Anteil der Short-Position: 2,61%
GLJ
GRENKE
Anteil der Short-Position: 2,61%
LEG
LEG IMMOBILIEN
Anteil der Short-Position: 2,42%
KGX
KION GR.
Anteil der Short-Position: 2,30%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 2,03%
TEG
TAG Immobilien
Anteil der Short-Position: 2,01%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 1,80%
RHM
Rheinmetall
Anteil der Short-Position: 1,79%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 1,75%
O2D
TELEFONICA DTLD HLDG
Anteil der Short-Position: 1,56%
HYQ
Hypoport
Anteil der Short-Position: 1,33%
WAF
SILTRONIC
Anteil der Short-Position: 1,32%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 1,07%
UTDI
United Internet
Anteil der Short-Position: 0,74%
ADS
Adidas
Anteil der Short-Position: 0,59%
INS
INSTONE REAL EST.GRP
Anteil der Short-Position: 0,50%

Bastei Lübbe: Kurstreiber in Serie

An Kurse oberhalb von 8 Euro müssen sich die Aktionäre von Bastei Lübbe erst noch gewöhnen. An mehr als 90 Prozent der Handelstage seit dem Börsengang im Oktober 2013 bewegte sich die Notiz der Kölner in einem engen Band zwischen 7 und 8 Euro – bei einem Emissionspreis von 7,50 Euro. Gemessen am Spannungsbogen der von Bastei Lübbe verlegten Bücher sieht die Aktie also reichlich unspektakulär aus. Doch im laufenden Jahr kommt die Investmentstory der Kölner plötzlich viel knackiger rüber: Seit Anfang Januar hat der Small Cap um knapp 16 Prozent an Wert gewonnen und notiert derzeit bei 8,26 Euro. Auf diesem Niveau bringt es das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von annähernd 110 Mio. Euro. Luft nach oben ist noch reichlich vorhanden. Gemessen an den jüngsten Kurszielen der Analysten hat das Unternehmen ein Potenzial bis in den Bereich um 150 Mio. Euro – also ein gutes Drittel mehr als die Aktie momentan kostet. „Wir befinden uns auf dem Weg von einem Buchverlag zu einem internationalen Medienkonzern”, sagt Thomas Schierack, Vorstandsvorsitzender von Bastei Lübbe, auf dem von der Solventis Wertpapierhandelsbank im Frankfurter Flughafen veranstalteten „Aktienforum 2015″. Mit Hilfe der Mittel aus dem Börsengang haben die Kölner sich durch mehrere Zukäufe verstärkt: Hinzugekommen sind etwa eine Plattform für Autoren, die ihre Manuskripte selbst veröffentlichen (BookRix), ein Entwickler von Computer-Abenteuerspielen (Daedalic) und eine Online-Shop-Plattform (BEAM). Außerdem wurden Verträge mit Top-Autoren wie Ken Follett erweitert.

Wie ein roter Faden ziehen sich dabei die Themen Digitalisierung und Verbreiterung der Wertschöpfungskette durch die Transaktionen. Mit besonderer Spannung verfolgen die Börsianer die Pläne für BEAM. Nach dem Vorbild erfolgreicher Streaminganbieter wie Netflix und maxdome (Filme) oder Spotify und Deezer (Musik) soll BEAM zur weltweit führenden Streamingplattform von Serieninhalten werden. „Ziel ist es, die Leute auf ihren Smartphones abzuholen”, sagt Schierack. Die dafür notwendigen Investitionen von 15 bis 20 Mio. Euro will Bastei Lübbe aber nicht allein stemmen, sondern auf 3 bis 4 Mio. Euro begrenzen. Daher hat das Unternehmen kürzlich 55 Prozent der Anteile an der BEAM AG an den britischen Investor Blue Sky Tech Ventures verkauft. Dem Vernehmen nach haben die Engländer mittlerweile einen Teil ihres Pakets weitergereicht. Bastei Lübbe wiederum befindet sich in Gesprächen mit weiteren Partnern, die für die nötige Reichweite sorgen sollen. In Frage kommen Gesellschaften wie die Deutsche Telekom, aber auch Dienste wie Netflix oder watchever, die die Inhalte von BEAM zusätzlich in ihre Abomodelle integrieren könnten. Wichtig: Bei den für BEAM vorgesehenen Serien handelt es sich um eigene Inhalte von Bastei Lübbe, die international vertrieben werden sollen. Für Deutschland ist eine monatliche Flatrate von 4,99 Euro vorgesehen. Die Erwartungen sind groß. In fünf Jahren will Bastei Lübbe auf weltweit 24 Millionen Kunden bei BEAM kommen. „Sollte BEAM ein Erfolg werden, steht die Aktie vor einer grundlegenden Neubewertung”, schreiben die Analysten von Solventis.

 

Bastei Lübbe  Kurs: 4,780 €

 

Ebenfalls ein positives Signal für die Börsianer ist, dass sich die Allianz kürzlich mit 9,77 Prozent an Bastei Lübbe beteiligt hat – eine Art Ritterschlag. Die Stücke kamen aus dem Kreis der Familiengesellschafter. Knapp 40 Prozent der Anteile bleiben im Streubesitz. Offenbar traut auch der DAX-Konzern den Kölnern ein deutliches Kurspotenzial zu. Dabei befindet sich Bastei Lübbe gegenwärtig in einer Übergangsphase ohne sonderlich inspirierende Entwicklungen bei Umsatz und Ergebnis. Zudem drückten Sonderabschreibungen auf Manuskriptbestände zuletzt auf die Marge. Mit einer spürbaren Belebung der Geschäftszahlen ist vermutlich erst ab 2016/17 zu rechnen. Dann erscheinen unter anderem neue Werke von zugkräftigen Autoren wie Dan Brown. Entlastend sollte sich bald auch die Refinanzierung der bis Oktober 2016 laufenden Anleihe (WKN: A1K016) auswirken. Der 30-Millionen-Euro-Bond ist mit einem Kupon von 6,75 Prozent versehen. Dem Vernehmen nach soll die Anleihe über ein Schuldscheindarlehen refinanziert werden.

Mit Blick auf das für das Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende März) von boersengefluester.de erwartete Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 16,8 Mio. Euro ist die Aktie ansprechend bewertet. Dem Börsenwert von 110 Mio. Euro sollten Anleger gedanklich noch die Nettoverschuldung von zurzeit 34,5 Mio. Euro hinzurechnen. Daraus ergibt sich ein Enterprise Value (EV) von 144,5 Mio. Euro. Vergleiche mit anderen deutschen Medienwerten sind nur begrenzt möglich. Am ehesten kommt vermutlich die – allerdings deutlich kleinere – Edel aus Hamburg in Betracht. Und mit den für internationale Streamingdienste wie Netflix aufgerufenen Bewertungsmultiples, ist Bastei Lübbe sowieso nicht greifbar. Per saldo macht das Team um Vorstandschef Schierack aber einen guten Job. Die Investmentstory nimmt immer mehr Konturen an und mit BEAM besitzt die Aktie einen echten Kurstreiber. So etwas hat dem Papier lange Zeit gefehlt. Die Dividendenrendite von immerhin knapp 3,5 Prozent war den Anlegern jedenfalls nicht genug. Nun träumen die Investoren von zweistelligen Kursregionen. Warum auch nicht?

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Bastei Lübbe
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A1X3YY 4,780 Kaufen 63,57
KGV 2024e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
11,95 17,53 0,68 36,77
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,25 4,95 0,67 3,84
Dividende '22 in € Dividende '23e in € Div.-Rendite '22e
in %
Hauptversammlung
0,20 0,20 4,18 13.09.2023
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
10.08.2023 10.11.2022 09.02.2023 11.07.2023
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-0,23% -16,55% 7,66% -27,58%
    

 

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022e
Umsatzerlöse1 146,29 140,17 94,92 81,49 92,69 94,51 93,00
EBITDA1,2 5,43 0,49 7,60 6,36 13,37 15,84 9,40
EBITDA-Marge3 3,71 0,35 8,01 7,80 14,42 16,76 10,11
EBIT1,4 -0,32 -18,05 2,71 4,13 10,87 14,66 6,60
EBIT-Marge5 -0,22 -12,88 2,86 5,07 11,73 15,51 7,10
Jahresüberschuss1 -2,89 -16,24 0,85 -9,07 7,87 11,02 4,70
Netto-Marge6 -1,98 -11,59 0,90 -11,13 8,49 11,66 5,05
Cashflow1,7 11,51 5,47 14,43 14,27 16,88 12,85 9,60
Ergebnis je Aktie8 -0,16 -0,96 0,05 -0,46 0,57 0,83 0,35
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,29 0,40 0,20
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: Ebner Stolz

 

Foto: picumbo

 

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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.