MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 6,04%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 5,70%
HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 4,55%
KTN
KONTRON O.N
Anteil der Short-Position: 4,51%
FTK
FLATEXDEGIRO
Anteil der Short-Position: 4,13%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 3,97%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 3,95%
AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 3,34%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 3,23%
TMV
TEAMVIEWER INH
Anteil der Short-Position: 3,22%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 2,71%
WEW
WESTWING GR.
Anteil der Short-Position: 2,55%
KCO
Klöckner &
Anteil der Short-Position: 2,24%
RHM
Rheinmetall
Anteil der Short-Position: 1,87%
O2D
TELEFONICA DTLD HLDG
Anteil der Short-Position: 1,71%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 1,67%
1COV
COVESTRO
Anteil der Short-Position: 1,63%
ADS
Adidas
Anteil der Short-Position: 1,50%
NEM
Nemetschek
Anteil der Short-Position: 1,38%
UN01
UNIPER
Anteil der Short-Position: 1,14%
DB1
Deutsche Boerse
Anteil der Short-Position: 1,01%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 0,68%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 0,54%

Transtec: Spielt die Börse gerade total verrückt?

Das ist mal wieder eine absolut verrückte Geschichte aus dem heimischen Small-Cap-Sektor. Jahrelang dümpelte die Aktie von Transtec, einem Spezialisten für IT-Ausstattung aus Tübingen, unterhalb der Wahrnehmungsschwelle herum. In den vergangenen zehn Jahren erzielte Transtec nur drei Mal ein positives Betriebsergebnis. Seit 2004 türmen sich die operativen Verluste auf gut 15 Mio. Euro – bei einem Umsatz von zuletzt 42,6 Mio. Euro. Eine knackige Investmentstory sieht anders aus, zumal der Börsenwert des Unternehmens im Tief bis auf mickrige 2,5 Mio. Euro schmolz. Mitte 2013 zuckte die Notiz der Transtec-Aktie endlich einmal nach oben. Damals kündigte die Gesellschaft einen Immobilienverkauf im Volumen von rund 3 Mio. Euro an, doch der Aufschwung erwies sich als nicht nachhaltig. Grund: Alleinvorstand Hans-Jürgen Bahde enttäuschte wenig später mit einer Gewinnwarnung die zuvor gestiegenen Erwartungen. Im Tief fiel die Notiz bis auf rund 0,60 Euro zurück.

Anfang 2014 überschlugen sich dann die Ereignisse – und zwar in Form eines Übernahmeangebots durch AC Cluster GmbH & Co. KG. Die Investmentgesellschaft – hinter der die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Adiuva Capital steht – bot von Anfang März bis Mitte April 0,70 Euro je Transtec-Aktie. Eine willkommene Chance für den bisherigen Großaktionär, die dem Transtec-Firmengründer Bernhard Bruscha zurechenbare TL Investment GmbH. Bruscha hatte Transtec 1998 an den Neuen Markt geführt, wechselte 2002 jedoch in den Aufsichtsrat von Transtec. Dem Vernehmen nach hatte Bruscha dem Transtec-Vorstand bereits vor längerer Zeit signalisiert, dass TL seinen Anteil von zuletzt immerhin 78,62 Prozent gern reduzieren wolle.

 

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Der Deal: Knapp 70 Prozent seiner Transtec-Aktien hat Bruscha für 0,60 Euro das Stück an AC Cluster verkauft. Für die restlichen Anteilscheine wurde eine Stillhaltevereinbarung plus Vorkaufsrecht für die Hamburger abgeschlossen. Die Lock-up-Frist läuft bis Ende 2017. AC Cluster bezeichnet sich selbst als langfristigen Investor und will mit zusätzlichen Mitteln das Geschäft von Transtec wieder in Schwung bringen. So hat die Gesellschaft Transtec zwei Darlehen über je 1,5 Mio. Euro gewährt. Eine grundsätzliche Änderung der Geschäftspolitik ist nicht geplant – ebenso wenig steht die Börsennotiz zur Debatte. Transtec ist also kein Squeeze-out-Kandidat. Angesichts des vorerst bei Bruscha verbleibenden Aktienanteils ist ein Rückzug vom Kapitalmarkt aber ohnehin kein Thema. Theoretisch denkbar wäre lediglich ein kaltes Delisting, wie es zurzeit Magix oder Marseille-Kliniken exerzieren. Allerdings haben sich die neuen Eigentümer explizit für eine Fortführung des Listings ausgesprochen – auch mit Blick auf künftige Finanzierungsmaßnahmen. Zumindest in diesem Punkt sollten sich die Anleger also keine Sorgen machen müssen.

In dem Bewertungsgutachten gehen die Wirtschaftsprüfer für die kommenden Jahre von massiven Ergebnissteigerungen aus. 2018 soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit 1,13 Mio. Euro erstmals deutlich über der Millionen-Euro-Marke liegen. Für 2014 und 2015 kalkulieren die Experten mit 0,29 Mio. bzw. 0,35 Mio. Euro EBIT. Interessant: Trotz der Verlustvorträge von Transtec unterstellen die Gutachter eine volle Steuerbelastung, so dass unterm Strich entsprechend niedrigere Gewinne stehen. Grund: Durch die Übernahme würden die Verlustvorträge der Tübinger komplett untergehen. Als vergleichbare Unternehmen, wenn sie auch in einer komplett anderen Liga spielen, wurden die TecDAX-Konzerne Bechtle und Cancom sowie die italienischen Hardwareanbieter Eurotech (WKN: A0HL7K) sowie Esprinet (WKN: A0EQ3J) ausgewählt. Als Endergebis ihrer Berechnungen kommen die Gutachter auf einen per Ende 2013 abdiskontierten Firmenwert von gerade einmal 2,62 Mio. Euro – entsprechend 0,70 Euro je Aktie.

Auf wirklich große Resonanz stieß AC Cluster mit der Offerte bei den freien Aktionären jedoch nicht. Zum Ende der erweiterten Annahmefrist am 2. Mai 2014 wurden 70.693 Transtec-Aktien angedient. Das entspricht gerade einmal knapp 1,88 Prozent der ausstehenden Papiere. Allerdings: Bezogen auf den tatsächlichen Streubesitz lag die Annahmequote bei 11,15 Prozent. Wohl dem, der nicht auf das Angebot eingegangen ist: Im Juni explodierte die Notiz von Transtec um erstaunliche 160 Prozent auf 2,91 Euro in der Spitze. Das kommt einer Marktkapitalisierung von fast 11 Mio. Euro gleich.

Schwupps: Haben sich die Gutachter in ihrer Bewertung einfach nur geirrt oder spielt die Börse gerade verrückt? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Einmal mehr drängt sich aber der Eindruck auf, dass die Kleinaktionäre zu einem Dumpingpreis aus der Firma gelockt werden sollten. Gegen diese Vermutung spricht zwar, dass Firmengründer Bruscha den wesentlichen Teil seiner Papiere sogar zu 0,60 Euro pro Stück abgegeben hat. Andererseits sind die noch bei ihm verbliebenen Titel momentan mehr wert als sein komplettes Aktienpaket vor der Übernahme. Das muss man auch erst einmal schaffen. Einen Riesenschnitt hat auf jeden Fall die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Adiuva Capital gemacht. Entsprechend spannend könnte nun die Hauptversammlung von Transtec am 9. Juli werden. Die jüngste Kursrally wird mit Sicherheit ein Thema in Tübingen sein.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
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WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
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KGV 2023e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
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KBV KCV KUV EV/EBITDA
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Dividende '20 in € Dividende '21e in € Div.-Rendite '21e
in %
Hauptversammlung
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Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
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Foto: Transtec AG



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.