HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 12,04%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 10,15%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 8,24%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 8,01%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 7,03%
AIXA
Aixtron
Anteil der Short-Position: 6,39%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 5,93%
PBB
DT.PFANDBRIEFBK
Anteil der Short-Position: 5,62%
NAG
NAGARRO
Anteil der Short-Position: 5,33%
VAR
Varta
Anteil der Short-Position: 4,70%
S92
SMA Solar Techn.
Anteil der Short-Position: 3,43%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 3,09%
LHA
Lufthansa
Anteil der Short-Position: 2,53%
SZG
Salzgitter
Anteil der Short-Position: 2,45%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 2,43%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 2,28%
GXI
Gerresheimer
Anteil der Short-Position: 2,25%
G24
SCOUT24
Anteil der Short-Position: 1,50%
ELG
ELMOS Semiconductor
Anteil der Short-Position: 1,19%
CON
Continental
Anteil der Short-Position: 1,16%
DTG
DAIMLER TRUCK HLD...
Anteil der Short-Position: 0,60%
BVB
Borussia Dortmund
Anteil der Short-Position: 0,60%
VBK
VERBIO
Anteil der Short-Position: 0,57%

Berentzen: Klare Kante

Wenig verwunderlich, dass sich in den jetzt vorgelegten Berichten zum ersten Quartal 2020 so ziemlich alles um Corona dreht. Gibt ja seit Wochen kein anderes Thema mehr. Bemerkenswert findet boersengefluester.de jedoch, dass es im druckfrischen Zwischenabschluss der Berentzen Gruppe nicht bloß um die aktuellen Auswirkungen der Pandemie auf Umsatz und Ergebnis geht. Nein: Der Getränkeanbieter zeigt gleich zu Beginndes Reports klare Kante und thematisiert offen die Werthaltigkeit seiner Beteiligungen in der Bilanz. Sollte sich bei einem „Impairment-Test“ nämlich Abschreibungsbedarf ergeben, hätte dies unmittelbar belastende Konsequenzen auf das Konzerneigenkapital. Ein Komplex, der bei den meisten Firmen gern totgeschwiegen wird, aber gerade in Krisenzeiten enorm an Aktualität gewinnt. Vermutlich verbinden die meisten Investoren Berentzen noch immer in erster Linie mit Likören und diversen Schnäpsen. Wer etwas tiefer eingestiegen ist, wird freilich auch mitbekommen haben, dass die Gesellschaft aus Haselünne zuletzt etwa mit Orangenpressen und Limonaden aus der Reihe Mio Mio durchaus erfolgreich war. Klingt zunächst einmal nach einem krisenfesten Modell, schließlich hieß es bereits bei Wilhelm Busch: „Wer Sorgen hat, hat auch Likör.“

Doch die Wirkungsketten sind vielfältig. Immerhin stehen die Produkte von bei Berentzen nicht nur in den Regalen von Supermärkten, sondern werden auch in der Gastronomie – vom Restaurant, über Clubs bis hin zu diversen Großveranstaltungen – ausgeschenkt. Und so ist es aus Investorensicht beinahe schon beruhigend, dass Berentzen zwar über alle Bereiche temporäre Belastungen durch die Corona-Pandemie erwartet, eine Sonderwertberichtigung auf den Goodwill jedoch nur im Bereich Alkoholfreie Getränke nötig scheint. „Aufgrund der „deutlich größeren Umsatz- und Ertragsabhängigkeit vom Vertriebskanal Gastronomie sowie aufgrund der vergleichsweise hohen Kapital- und Anlagenintensität“, wie es offiziell heißt wurden 1,4 Mio. Euro abgeschrieben. Mit Blick auf das Ende 2019 ausgewiesene Eigenkapital von 49,2 Mio. Euro ein verschmerzbarer Einschnitt. Überhaupt ist es Glück im Unglück, dass das so wichtige Weihnachts- und Silvestergeschäft derzeit noch so weit weg scheint.

 

Berentzen-Gruppe  Kurs: 5,240 €

 

Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023e
Umsatzerlöse1 172,13 162,17 167,40 154,59 146,11 174,22 185,65
EBITDA1,2 16,41 17,33 18,36 14,13 15,30 16,70 16,00
EBITDA-Marge3 9,53 10,69 10,97 9,14 10,47 9,59 8,62
EBIT1,4 9,22 9,80 9,81 5,21 6,65 8,30 7,71
EBIT-Marge5 5,36 6,04 5,86 3,37 4,55 4,76 4,15
Jahresüberschuss1 2,56 5,17 4,93 1,23 3,66 2,10 0,87
Netto-Marge6 1,49 3,19 2,95 0,80 2,51 1,21 0,47
Cashflow1,7 4,12 5,59 16,61 13,63 11,62 4,91 -3,06
Ergebnis je Aktie8 0,27 0,55 0,52 0,13 0,39 0,22 0,09
Dividende8 0,22 0,28 0,28 0,13 0,22 0,22 0,09
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PricewaterhouseCoopers

 

Gleichwohl traut sich der Vorstand weiterhin nicht an eine Prognose für das Gesamtjahr heran – irgendwie verständlich. Der ursprüngliche Ausblick mit Erlösen zwischen 167,9 und 176,7 Mio. Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in einer Bandbreite von 9,8 bis 10,8 Mio. Euro liegt jedenfalls auf Eis. Nach heutigem Stand wird das um Sondereffekte bereinigte EBIT für 2020 auf jeden Fall unter dem Vorjahresniveau von 9,8 Mio. Euro liegen. „Wir gehen aber dennoch davon aus, dass uns die Auswirkungen des Coronavirus nicht in dem Ausmaß treffen wie viele andere Unternehmen und Branchen. Daher erwarten wir nach wie vor auch in diesem Jahr ein positives EBIT“, sagt Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann. Zur weiteren Einordnung: Zum Ende des ersten Quartals weist das Unternehmen ein – im Rahmen der Erwartungen liegendes – EBIT von 1,08 Mio. Euro aus, auch wenn es um rund 37,5 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert liegt. Sicher kein Traumstart, aber auch noch kein großes Drama. Mit ein Belastungsfaktor war dabei, dass die Dachmarken Berentzen und Puschkin aufgrund eines mehrwöchigen Lieferstopps an einen großen Lebensmitteleinzelhändler kräftige Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Umso besser lief dafür der Absatz unter der Marke Mio Mio. Hauptleittragender von Corona war unterm Strich jedoch der Bereich Frischsaftsysteme – also die Fruchtpressen von Citrocasa.

Keine Aussagen enthält der Zwischenbericht derweil zur Dividende, und so geht boersengefluester.de davon aus, dass der zur Vorlage des Geschäftsberichts Ende März veröffentlichte Ausschüttungsvorschlag von unverändert 0,28 Euro je Aktie – entsprechend einer Gesamtsumme von gut 2,6 Mio. Euro – weiter Gültigkeit hat. Unerheblich ist die Dividende für Berentzen-Aktionäre nicht, immerhin ergibt sich daraus – bezogen auf das aktuelle Kursniveau von 5,50 – eine attraktive Rendite von rund fünf Prozent. Nun: Momentan gibt es noch nicht einmal einen neuen HV-Termin. Den will das Unternehmen aber voraussichtlich am 13. Mai 2020 veröffentlichen. Bewertungstechnisch gefällt uns die Berentzen-Aktie zurzeit überdurchschnittlich gut. Immerhin entspricht die aktuelle Marktkapitalisierung von knapp 53 Mio. Euro gerade einmal einem Drittel der gegenwärtigen Umsatzerlöse und ist auch nicht sonderlich weit entfernt vom ausgewiesenen Eigenkapital. Zudem deutet der Chart auf Bodenbildung. Und klar: Jede Lockerung der Beschränkungen für Gastrobetriebe ist – sofern die Infektionszahlen dadurch nicht wieder spürbar steigen – eine gute Nachricht für die Berentzen-Aktie.

 

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Berentzen-Gruppe
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
520160 5,240 Halten 50,30
KGV 2025e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
10,92 22,48 0,49 15,88
KBV KCV KUV EV/EBITDA
1,08 - 0,27 3,57
Dividende '22 in € Dividende '23e in € Div.-Rendite '23e
in %
Hauptversammlung
0,22 0,09 1,72 17.05.2024
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
07.05.2024 14.08.2024 23.10.2024 28.03.2024
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-3,30% -7,76% -10,43% -15,48%
    

 



 

Foto: Berentzen-Gruppe AG


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.