VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 6,85%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 6,32%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 4,77%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 4,51%
H24
HOME24 INH
Anteil der Short-Position: 4,22%
LHA
Lufthansa
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HDD
Heidelberger Druckm.
Anteil der Short-Position: 3,72%
SAE
SHOP APOTHEKE EUR...
Anteil der Short-Position: 3,56%
TUI1
TUI
Anteil der Short-Position: 3,15%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 3,13%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 3,09%
GLJ
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Anteil der Short-Position: 2,94%
GBF
Bilfinger Berger
Anteil der Short-Position: 2,85%
ECV
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Anteil der Short-Position: 2,63%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 1,79%
NDX1
Nordex
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RHM
Rheinmetall
Anteil der Short-Position: 1,51%
FNTN
FREENET
Anteil der Short-Position: 1,19%
GFT
GFT Technologies
Anteil der Short-Position: 1,09%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,72%
G1A
GEA Group
Anteil der Short-Position: 0,60%
CLIQ
CLIQ DIGITAL
Anteil der Short-Position: 0,59%
ENR
SIEMENS ENERGY
Anteil der Short-Position: 0,49%

Kinghero: Alarmglocken läuten

Jetzt gibt es offenbar auch an der deutschen Börse den ersten echten Betrugsfall bei einem chinesischen Unternehmen. Zhang Yu, Gründer, Großaktionär und inzwischen geschasster Vorstandschef der Modefirma Kinghero, soll Firmengelder für eigene Geschäfte abgezweigt haben. Spekuliert wird darüber schon lange. Anfang vergangenen Jahres machten erste Gerüchte die Runde, dass der in der südostchinesischen Stadt Xiamen wohl bekannte und gut verdrahtete Unternehmer Zhang unter anderem eine Zeitung herausbringen wolle und dafür Gelder von Kinghero abgezweigt habe. Doch der Beweis der Untreuevorwürfe gestaltete sich bisher schwierig. Denn im chinesischen Geschäftsalltag trifft man allerorten auf Guanxi – das Netzwerk persönlicher Beziehungen. Nun gibt es nach Aussagen von Harald Zender, dem neuen Vorstandsmitglied bei der deutschen Kinghero AG, „belastbare Informationen und Dokumente“, die es ermöglichen sollen, gegen Zhang gerichtlich vorzugehen. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte bleibt, dass der neue Vorstand überhaupt keinen gesicherten Einblick in die operativen Geschäfte hat und noch nicht einmal die aktuellen Kontostände der chinesischen Tochtergesellschaften kennt. So ist es nicht ausgeschlossen, dass das Geld von Kinghero – Ende September 2012 etwa 62 Mio. Euro – inzwischen futsch ist. Wie aus einen Krimi sind die Vorwürfe gegen Zhang, die sich nun allmählich erhärten. So hat er als gesetzlicher Vertreter der operativen Gesellschaft in China, Xiamen Michelle, ein Viertel der Anteile an deren Tochtergesellschaft Kinghero Fashion Anfang 2013 an einen Dritten übertragen. Darüber hinaus soll er zu Lasten der beiden Firmen für seine privaten Geschäfte Garantieerklärungen abgegeben haben. Weil Xiamen Michelle und Kinghero Fashion aktuell ihren Verpflichtungen aus diesen Garantieerklärungen nicht nachkommen, vermutet Zender, dass sie nicht über die notwendige Liquidität verfügen.

 

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Gesicherte Informationen gib es keine. Die hat allein Zhang und der ist untergetaucht. Ins Büro kommt er nicht mehr und ans Telefon geht er auch nicht. Klare Aussagen zum Geschäft verweigert er bereits seit einem Jahr. Um Licht in das Dunkel zu bringen, wurde im Mai 2013 Harald Zender als neues Vorstandsmitglied ernannt. Gerrit Kaufhold, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Kinghero, lobt ihn als „erfahrenen hands-on Manager, der mit den Besonderheiten des Chinesischen Marktes vertraut ist.“ Doch bisher konnte er auch nichts gegen Zhang ausrichten. So sitzen die Wirtschaftsprüfer von Grant Thornton noch immer auf einem Berg unbeantworteter Fragen. Daher gibt es keinen testierten Jahresabschluss 2012 und auch keine Quartalsberichte für 2013.

 

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Aber es dauerte noch bis Ende Oktober 2013, bis der Aufsichtsrat endlich die Geduld mit Zhang verlor und ihn als Vorstandschef der deutschen Holding rauswarf. Doch nach wie vor ist er gesetzlicher Vertreter mit allen Kontrollvollmachten bei den operativ tätigen Gesellschaften in China. So kann er dort schalten und walten wie er will. Erst wenn man ihm ungesetzliches, pflichtwidriges Verhalten nachweist, kann er auch als Manager der chinesischen Firmen gefeuert werden. Bis dahin ist der Vorstand der deutschen Kinghero AG machtlos und kann nur mit Hochdruck versuchen, Beweise gegen Zhang zu sammeln. Ob von dem Vermögen von Kinghero bis zu einer endgültigen Abberufung Zhangs noch etwas übrig bleibt, ist höchst unsicher. Fraglich ist auch, ob eventuelle Regressansprüche gegen Zhang oder die Banken zum Erfolg führen werden. Für die Aktionäre ist ein Totalverlust nicht ausgeschlossen.

 

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Foto: Kinghero AG

 

Autor: Dieser Beitrag stammt von meinem sehr geschätzten Kollegen Stefan Otto, einem ausgewiesenen Kenner von China-Aktien mit Hauptnotiz in Deutschland.

Wenn Sie weitere Artikel von Stefan Otto lesen wollen: Hier finden Sie Beiträge zu Youbisheng Green Paper und United Power



Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.

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