HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 8,86%
PBB
DT.PFANDBRIEFBK
Anteil der Short-Position: 8,18%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 5,90%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 4,24%
NDA
Aurubis
Anteil der Short-Position: 4,22%
NDX1
Nordex
Anteil der Short-Position: 4,07%
ENR
SIEMENS ENERGY
Anteil der Short-Position: 3,93%
PSM
PROSIEBENSAT.1
Anteil der Short-Position: 3,30%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 3,25%
LXS
Lanxess
Anteil der Short-Position: 2,63%
MOR
MorphoSys
Anteil der Short-Position: 1,94%
CLIQ
CLIQ DIGITAL
Anteil der Short-Position: 1,89%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,74%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 1,22%
PUM
Puma
Anteil der Short-Position: 1,18%
BDT
Bertrandt
Anteil der Short-Position: 1,03%
ADS
Adidas
Anteil der Short-Position: 0,89%
MRK
Merck
Anteil der Short-Position: 0,79%
ADN1
ADESSO INH
Anteil der Short-Position: 0,77%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,77%
SRT
Sartorius
Anteil der Short-Position: 0,60%
KGX
KION GR.
Anteil der Short-Position: 0,52%
COP
COMPUGROUP MED.
Anteil der Short-Position: 0,52%

Exasol: Aktienkurs in Phase IV

Phase II war für Aktionäre die Hölle – dabei sahen die ersten sechs Monate nach dem Börsengang Ende Mai 2020 noch sehr ordentlich im Chart von Exasol aus. Doch 2021 liefen die Kosten bei dem Anbieter von Datenbanktechnologien derart krass aus dem Ruder, so dass der Verlust von gut 29 Mio. Euro sogar die Umsatzerlöse von damals 27,5 Mio. Euro toppte. Der Kapitalmarkt zeigte sich wenig zimperlich mit diesen Resultaten und beförderte den Aktienkurs von Exasol bis Ende 2022 um rund 90 Prozent in die Tiefe. Zwar läuft es operativ noch immer nicht so rund wie erhofft, doch wer sich die Vorstandspräsentation zu den Neun-Monats-Zahlen des laufenden Jahres anhört, bekommt ein durchaus geerdetes Bild von der Gesellschaft mit Sitz in Nürnberg. Der seit Anfang 2023 als CEO an Bord gekommene Jörg Tewes – ein erfahrener ehemaliger Amazon-Manager, der seine Karriere bei dem früheren Neuer-Markt-Unternehmen Poet Holdings aus den USA startete – scheint jedenfalls einen guten Job zu machen.

Produkttechnisch hat Exasol einiges auf die Schiene gesetzt, damit die Nutzer den Turbo für ihre sonst oftmals zeitraubenden Datenbank-Abfragen zünden können. Auf der Kundenliste stehen dabei bekannte Konzerne wie Otto, Mercedes-Benz, Dell, Adidas, T-Mobile (USA) oder auch die Sparkassen. Teure Ausflüge wie das Trikotsponsoring des Fußballclubs 1. FC Nürnberg wurden dagegen beendet, was sich in einem massiven Rückgang der Marketingaufwendungen um 50 Prozent auf 2,4 Mio. Euro nach neun Monaten 2023 zeigt. Im Sommer des laufenden Jahres gab es zudem eine 10-Prozent-Kapitalerhöhung, die das arg zusammengeschmolzene Eigenkapital um netto 6,8 Mio. Euro stärkte. Das wiederkehrende Vertrauen in das an sich hoch skalierbare Geschäftsmodell zeigt sich auch in den zuletzt recht häufigen Insiderkäufen auf Vorstandsseite sowie um Aufsichtsrat Petra Neureither. Der mittlerweile abgeschlossene Verkaufsprozess der Beteiligungsgesellschaft Mountain Alliance hat sich jedenfalls nicht mehr übermäßig negativ auf den Aktienkurs ausgewirkt.

Exasol  Kurs: 2,695 €
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023e
Umsatzerlöse1 16,97 17,72 21,61 23,60 27,46 33,19 41,00
EBITDA1,2 3,53 1,77 -10,96 -29,94 -25,67 -12,16 -5,45
EBITDA-Marge3 20,80 9,99 -50,72 -126,86 -93,48 -36,64 -13,29
EBIT1,4 -1,86 -0,10 -13,16 -34,10 -28,50 -14,92 -8,60
EBIT-Marge5 -10,96 -0,56 -60,90 -144,49 -103,79 -44,95 -20,98
Jahresüberschuss1 1,32 -0,63 -13,98 -34,33 -29,30 -15,01 -8,90
Netto-Marge6 7,78 -3,56 -64,69 -145,47 -106,70 -45,22 -21,71
Cashflow1,7 1,81 1,23 2,23 -11,21 -36,07 -14,28 -8,00
Ergebnis je Aktie8 0,06 -0,03 -0,63 -1,40 -1,20 -0,61 -0,33
Dividende8 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: KPMG

Gut verkraftet hat die Notiz mittlerweile auch die Ende Oktober kommunizierte Prognosesenkung für 2023. Demnach liegt die neue Messlatte für die aufs Jahr hochgerechneten wiederkehrenden Umsatzerlöse (ARR) mit 40,0 bis 42,0 Mio. Euro leicht unter der vorherigen Bandbreite zwischen 42,5 und 44,0 Mio. Euro. Für das um die Aufwendungen für die jüngste Kapitalerhöhung bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (adjustiertes EBITDA) peilt Exasol nun eine Spanne von minus 5,5 bis minus 4,5 Mio. Euro an. Hier erstreckte sich die ursprüngliche Erwartungshaltung auf einen Korridor von minus 3,0 bis minus 1,0 Mio. Euro. Ein doch recht deutlicher Schnitt. Zur weiteren Einordnung: Nach neun Monaten 2023 kommt Exasol auf ein adjustiertes EBITDA von minus 4,1 Mio. Euro, wobei das dritte Quartal isoliert mit minus 0,7 Mio. Euro schon recht dicht an der Nulllinie kratzte. „Spätestens im zweiten Quartal 2024 wollen wir den Break-even schaffen“, sagt CFO Jan-Dirk Henrich.

Mit Blick auf das Abschlussviertel 2023 könnte Exasol vielleicht sogar eine Aufholjagd gelingen, denn einige Großprojekte, die eigentlich für Q3 abgerechnet werden sollten, haben sich zeitlich leicht verschoben. „Wir werden daher eine stärkere Q4-Saisonalität haben, als es sonst üblich ist“, sagt Henrich bei der Vorlage des Zwischenberichts. Große Hoffnungen ruhen auf der zuletzt durch ein KI-Tool der Schweizer Softwarefirma VeeZoo nochmals upgegradeten Exasol-Lösung Espresso zur Optimierung des Business Intelligence-Reportings. „Das ist ein sehr leistungsstarker Ansatz“, sagt Exasol-CEO Jörg Tewes. In den kommenden Quartalen kommt es also darauf an, die Produkte entsprechend auch bei den Kunden zu lancieren und so die Basis der wiederkehrenden Erlöse signifikant zu erhöhen.

Quelle: Exasol-Präsentation für das Eigenkapitalforum 2023

Die Analysten von Warburg Research rechnen erstmals für 2025 mit einem positiven EBITDA auf Gesamtjahresbasis. Anschließend soll die Profitabilität dann sprunghaft steigen, was sicher schon jetzt den potenziellen Reiz der Aktie ausmacht. Gelistet ist die Exasol-Aktien im Frankfurter Spezial-Freiverkehrssegment Scale. Das ist insofern wichtig, weil es hier – für den Fall einer immer wieder kolportierten Übernahme durch einen Technologiekonzern oder auch Private Equity – nicht zwingend zu einer Abfindungsofferte kommt. Trotzdem: Auf dem aktuellen Kursniveau scheint boersengefluester.de die Chance-Risiko-Relation durchaus vorteilhaft zu sein. Zudem verfügt die Gesellschaft über eine vergleichsweise komfortable Liquidität, die zum Jahresende 2023 zwischen 11 und 13 Mio. Euro liegen soll.

Die laut der Präsentation von Ende November auf dem Eigenkapitalforum der Deutschen Börse zurzeit laufende Phase IV der Unternehmensentwicklung „Zurück Richtung nachhaltiges Wachstum“ hat also entscheidende Bedeutung für die weitere Börsenstory. Trotzdem: Geeignet ist der Titel nur für sehr risikobereite Investoren.

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
Exasol
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0LR9G 2,695 Kaufen 72,45
KGV 2025e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
0,00 8,10 0,00 -4,61
KBV KCV KUV EV/EBITDA
12,07 - 2,18 -4,89
Dividende '22 in € Dividende '23e in € Div.-Rendite '23e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 20.06.2024
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
07.05.2024 14.08.2024 14.11.2023 07.05.2024
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-13,15% -7,77% -14,31% -39,51%
    

Foto: Unsplash+


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.