HFG
HELLOFRESH INH
Anteil der Short-Position: 8,56%
PBB
DT.PFANDBRIEFBK
Anteil der Short-Position: 8,27%
SDF
K+S
Anteil der Short-Position: 5,90%
ZAL
ZALANDO
Anteil der Short-Position: 5,24%
BRNK
BRANICKS GR.
Anteil der Short-Position: 5,05%
S92
SMA Solar Techn.
Anteil der Short-Position: 4,43%
COK
Cancom IT Systeme
Anteil der Short-Position: 4,34%
VAR1
Varta
Anteil der Short-Position: 4,13%
DHER
DELIVERY HERO
Anteil der Short-Position: 3,15%
RHM
Rheinmetall
Anteil der Short-Position: 2,50%
CLIQ
CLIQ DIGITAL
Anteil der Short-Position: 2,23%
EVT
Evotec OAI
Anteil der Short-Position: 2,23%
MTX
MTU Aero Engines
Anteil der Short-Position: 2,13%
BOSS
HUGO BOSS
Anteil der Short-Position: 1,86%
EVK
EVONIK INDUSTRIES
Anteil der Short-Position: 1,74%
ADJ
ADLER GR. NPV
Anteil der Short-Position: 0,81%
VNA
VONOVIA
Anteil der Short-Position: 0,79%
MRK
Merck
Anteil der Short-Position: 0,79%
TKA
ThyssenKrupp
Anteil der Short-Position: 0,77%
SRT
Sartorius
Anteil der Short-Position: 0,59%
COP
COMPUGROUP MED.
Anteil der Short-Position: 0,52%
VBK
VERBIO
Anteil der Short-Position: 0,50%
BNR
BRENNTAG
Anteil der Short-Position: 0,50%

bet-at-home.com: Drastische Entwicklung

Der Online-Wettanbieter bet-at-home.com zieht den Stecker und stoppt vorerst sein Angebot mit virtuellen Casino-Spielen in Österreich. Damit will der Vorstand verhindern, dass sich ein unvertretbares Risikopotenzial aufbaut. Hintergrund der Entscheidung ist, dass ehemalige Kunden – insbesondere in Österreich – zunehmend den Rechtsweg einschlagen, weil die erlittenen Wettverluste ihrer Meinung nach auf einer nicht legalen Basis – sprich ohne gültige Anbieterlizenz für Österreich – entstanden sind. Angelockt werden die Spieler dabei von provisionsgetriebenen Klageanwälten und einer verbraucherorientierten Rechtsprechung. Darüber mag man denken ,wie man will: Fakt ist aber, dass bet-at-home.com allein im ersten Halbjahr des laufenden Jahres Rückstellungen für eben solche Kundenklagen in Österreich in Höhe von 3,2 Mio. Euro gebildet hatte.

Eine Größenordnung die wohl längst nicht ausreicht, so dass der ehemalige SDAX-Konzern seine diesbezügliche Vorsorge jetzt noch einmal deutlich ausweitet. Das führt dazu, dass für 2021 nunmehr mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen minus 14 und minus 10 Mio. Euro zu rechnen ist. Zur Einordnung: Erst im Sommer hatte bet-at-home.com seine EBITDA-Prognose von zuvor plus 18 bis 22 Mio. Euro auf eine Bandbreite zwischen plus 8 und 10 Mio. Euro eingedampft. Damit würden die Linzer jetzt erstmals seit 2007 wieder ein negatives EBITDA ausweisen. Damals waren es freilich nur minus 1,23 Mio. Euro EBITDA und die Gesellschaft befand sich in der Aufbauphase. Eine Dividende für 2021 können sich die Anleger mit hoher Wahrscheinlichkeit abschminken, womit ein ehemals gewichtiges Argument für den Titel wegfallen würde. An dieser Stelle erneut der Hinweis: Die in dem Kasten “Investor-Informationen” angegebene Dividendenrendite beziegt sich auf die Ausschüttung für 2020. Wir stellen hier demnächst auf die kommende Dividendenzahlung um.

bet-at-home.com  Kurs: 2,400 €
Die wichtigsten Finanzdaten auf einen Blick
  2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023e
Umsatzerlöse1 145,39 143,35 143,29 126,93 59,35 53,53 46,80
EBITDA1,2 35,47 36,22 35,17 30,95 13,97 2,11 -0,60
EBITDA-Marge3 24,40 25,27 24,54 24,38 23,54 3,94 -1,28
EBIT1,4 34,13 34,95 33,24 28,92 11,67 -0,11 -1,70
EBIT-Marge5 23,47 24,38 23,20 22,78 19,66 -0,21 -3,63
Jahresüberschuss1 32,85 32,61 17,96 23,29 -16,31 11,91 -2,00
Netto-Marge6 22,59 22,75 12,53 18,35 -27,48 22,25 -4,27
Cashflow1,7 25,90 24,81 29,88 18,15 10,50 -5,02 0,00
Ergebnis je Aktie8 4,68 4,65 2,56 3,32 -2,32 1,62 0,28
Dividende8 7,50 6,50 2,00 2,50 0,00 0,00 0,00
Quelle: boersengefluester.de und Firmenangaben

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1 in Mio. Euro; 2 EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen; 3 EBITDA in Relation zum Umsatz; 4 EBIT = Ergebnis vor Zinsen und Steuern; 5 EBIT in Relation zum Umsatz; 6 Jahresüberschuss (-fehlbetrag) in Relation zum Umsatz; 7 Cashflow aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit; 8 in Euro; Quelle: boersengefluester.de
Wirtschaftsprüfer: PKF Fasselt Schlage

Das viel größere Übel aus Investorensicht ist aber ohnehin der dramatische Kursrutsch von allein 57,5 Prozent in den vergangenen sechs Monaten. Bezogen auf das Rekordhoch vom 8. Juni 2017 bei 150,30 Euro hat die Aktie – selbst wenn man die seitdem umfangreich gezahlten Dividenden von brutto 26 Euro je Aktie einberechnet – sogar um 70 Prozent an Wert verloren. Keine Frage: bet-at-home.com hat in den vergangenen Jahren jede Menge Rückschläge einstecken müssen: Polen, Schweiz, die umfangreichen Beschränkungen bei der gesetzlichen Neuordnung des Wettmarkts in Deutschland und zuletzt eben immer stärker auch das Klagethema in Österreich. All das spiegelt sich im Chart wider. Aber trotzdem: Mittlerweile wird bet-at-home.com an der Börse mit nur noch knapp 132 Mio. Euro bewertet.

Das entspricht nur noch etwa dem Dreifachen des Cashbestands und zeigt, wie verunsichert der Kapitalmarkt zurzeit ist. Und es drängt sich beinahe unweigerlich das Börsen-Bonmot “Kaufen, wenn die Kanonen donnern” auf. Doch das sagt sich immer so leicht. Momentan ist die Gemengelage eben doch sehr unübersichtlich. So gibt es bei den Linzern zurzeit weiteren Klärungsbedarf, etwa was die genaue Ausgestaltung der lizenzgebenden maltesischen Konzerngesellschaft angeht. Die ursprünglich für den 8. November vorgesehene Veröffentlichung des Neun-Monats-Berichts wurde jedenfalls erst einmal nach hinten geschoben. Wer den Titel im Depot hat, ist vermutlich am besten beraten, die missliche Situation auszusitzen.

INVESTOR-INFORMATIONEN
©boersengefluester.de
bet-at-home.com
WKN Kurs in € Einschätzung Börsenwert in Mio. €
A0DNAY 2,400 Halten 16,84
KGV 2025e KGV 10Y-Ø BGFL-Ratio Shiller-KGV
13,33 14,42 0,88 2,09
KBV KCV KUV EV/EBITDA
0,59 - 0,31 -0,10
Dividende '22 in € Dividende '23e in € Div.-Rendite '23e
in %
Hauptversammlung
0,00 0,00 0,00 23.05.2024
Q1-Zahlen Q2-Zahlen Q3-Zahlen Bilanz-PK
14.05.2024 23.09.2024 08.11.2023 08.04.2024
Abstand 60Tage-Linie Abstand 200Tage-Linie Performance YtD Performance 52 Wochen
-17,55% -33,43% -21,82% -63,58%
    

Foto: Lars Bo Nielsen auf Unsplash


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Über Gereon Kruse

Gereon Kruse
Gereon Kruse ist Gründer des in Frankfurt ansässigen Finanzportals boersengefluester.de und seit vielen Jahren ein profunder Kenner von Kapitalmarktthemen und Experte für Datenjournalismus. Sein Spezialgebiet sind deutsche Aktien – insbesondere Nebenwerte. Investmentprofis aus dem Small- und Midcap-Bereich stufen die Qualität der Berichterstattung von boersengefluester.de laut der IR.on-Medienstudie 2020/21 mit der Bestnote 1,67 ein. Im Gesamtranking der Onlinemedien liegt die Seite mit Abstand auf Platz 1. Beim finanzblog award der comdirect bank hat boersengefluester.de den Publikumspreis und zusätzlich noch den 3. Platz in der Jurywertung gewonnen. Zuvor war Gereon Kruse 19 Jahre beim Anlegermagazin BÖRSE ONLINE tätig – von 2000 bis Anfang 2013 in der Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs.